Kommentar: Nach zwei verlorenen Jahren

Kommentar: Nach zwei verlorenen Jahren

Eine Ordensschwester auf dem Erfurter Katholikentag im Gespräch mit anderen Teilnehmern.

© KNA/Harald Oppitz

Eine Ordensschwester auf dem Erfurter Katholikentag im Gespräch mit anderen Teilnehmern.

Von Christoph Reisinger

Erfurt. - Zeitgemäß ist das Motto des Erfurter Katholikentages gewählt. Wer wollte in diesen Tagen großer Kriege schließlich zweifeln an der Losung „Zukunft hat der Mensch des Friedens“?

Noch mehr Krise – das wäre allerdings ein ebenso zeitgemäßes Motto, hätte der Katholikentag sein Leitwort dem Zustand der Kirche in Deutschland gewidmet. Denn seit der Stuttgarter Vorgänger-Veranstaltung vor zwei Jahren lautet die Bilanz: rund eine halbe Million Austritte jährlich, der Synodale Weg als Aufbruch deutscher Katholiken vom Vatikan nach Kräften gebremst, die Rolle der Frauen nicht endlich massiv aufgewertet.

Das ist umso bemerkenswerter, als der Stuttgarter Kirchentag von einer Stimmung geprägt war, die sich so zusammenfassen lässt: Wir Gläubigen stehen noch zu unserer Kirche, aber die muss jetzt liefern. In dieser Hinsicht gibt es wenig zu feiern in Erfurt.

Also ob es nicht Auftrag dieser Weltkirche wäre, den Glauben an Gott und das Erlösungswerk Jesu Christi als ebenso monumentale wie menschenfreundliche Sinnstiftung unter den Menschen zu stärken. Und das auf so vielfältige Weise wie Gesellschaften und Länder weltweit nun mal sind. Die Frohe Botschaft der Bibel behält ihre Wucht und Zugkraft. Da muss niemand in Hoffnungslosigkeit versinken. Wohl aber die Führung in Rom und in Teilen auch in Deutschland zur Kenntnis nehmen: Zukunft hat nur eine Kirche ihrer Zeit.

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Erstellt:
30. Mai 2024, 22:08 Uhr
Aktualisiert:
31. Mai 2024, 21:58 Uhr

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