Kommentar: Raus mit Ungarn aus EU und Nato

Kommentar: Raus mit Ungarn aus EU und Nato

Von Franz Feyder

Schriebe ein Autor diese Geschichte als Thriller auf und wollte er sie dann verkaufen, sie würde wohl wie Blei in den Regalen der Buchhandlungen liegen bleiben: Ein Mitgliedsland von Nato und EU spioniert die Luftabwehr der Ukraine aus, um die gewonnenen Informationen anschließend an Russland zu schicken – also dem Gegner auf dem Silbertablett Informationen über Hilfen zu liefern, mit denen die eigenen Verbündeten unter großer Kraftanstrengung dem von ihm überfallenen Land beistehen.

Das Szenario ist offenbar Realität geworden: Zlotan A. heißt der 007 des ungarischen Machthabers Viktor Orban, der seit 2021 ein Agentennetz in der Ukraine pflegte. Seine Informationen sind laut Geheimdienstexperten mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch von Budapest nach Moskau geflossen.

Ein Indiz mehr, dass Orban nicht bloß wie ein bockiges Kind ist, das sich an der Supermarktkasse für Schokoriegel auf den Boden wirft. Seit Beginn seiner Amtszeit sind mindestens zwölf Milliarden Euro Fördermittel der EU an Angehörige und Freunde eben jenes Machthabers geflossen, der die Allianzen nach Belieben bei Reformen und bei ihrem Engagement für die Ukraine blockiert. Zudem schadet er ihnen gezielt, indem er Geheimnisse an den Kreml ausplaudert. Den Allianzen bleiben deshalb zwei Dinge zu tun: Sie müssen Ungarn aus beiden Bündnissen hinauswerfen. Und diese dann reformieren – seit Jahrzehnten ist das überfällig.

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Erstellt:
27. März 2026, 22:10 Uhr
Aktualisiert:
27. März 2026, 23:56 Uhr

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