Dürren und schwere Regenfälle

Kommt mit dem Super-El-Niño ein neuer Hitzrekord?

Im Pazifik könnte sich erneut ein starker El Niño anbahnen – nur drei Jahre nach dem letzten Auftreten dieses aufheizenden Klimaphänomens. Indizien dafür sind erste Wind-Anomalien und eine massive Erwärmung der tieferen Wasserschichten.

El Niño sorgt einerseits für schwere Regenfälle in einigen Weltregionen, andererseits auch für Dürren.

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El Niño sorgt einerseits für schwere Regenfälle in einigen Weltregionen, andererseits auch für Dürren.

Von Markus Brauer/AFP

Im Pazifik steigen die Temperaturen rapide. Experten sehen darin klare Anzeichen für ein baldiges, starkes Wetterereignis. Dürren und schwere Regenfälle könnten die Folge eines starken El Niño sein.

Auswirkungen ab Mai spürbar

Die Anzeichen für ein baldiges starkes Wetterphänomen El Niño werden immer stärker. Darauf deuteten die rapide steigende Temperaturen der Meeresoberfläche im äquatorialen Pazifik hin, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf.

Laut den Vorhersagen könnten fast weltweit die Temperaturen an Land in den nächsten drei Monaten höher als gewöhnlich sein. Die Auswirkungen könnten bereits ab Mai spürbar werden.

Das Wetterphänomen sorgt einerseits für schwere Regenfälle in einigen Weltregionen, etwa in Teilen Afrikas oder in Südamerika, andererseits für Dürren, etwa in Australien oder Indonesien. El-Niño-Ereignisse heizen zudem die globalen Temperaturen zusätzlich an.

Dem bislang heißesten Jahr 2024 ging zum Beispiel ein El Niño voraus. Damals lag die globale Durchschnittstemperatur bei etwa 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau.

Beginn einer verhängnisvollen Kettenreaktion

Auch 2027 könne in einem Bereich über 1,5 Grad liegen, sagt der Leiter der WMO-Abteilung für Klimavorhersagen, Wilfran Moufouma Okia, in Genf. Die Berechnungsmodelle deuteten auf einen starken El Niño hin. Die Frühjahrsmonate seien allerdings traditionell kompliziert für Vorhersagen. Ab Mai gebe es mehr Stabilität und dann könnten bessere Vorhersagen getroffen werden.

El Niño ist ein natürlich auftretendes Phänomen, das alle zwei bis sieben Jahre auftaucht. Die Bedingungen dauern meist zwischen neun bis zwölf Monaten. Es beginnt immer mit einer Erwärmung der Meeresoberflächentemperatur im Pazifik. Normalerweise sorgen Passatwinde dafür, dass das warme Wasser entlang des Äquators über den Pazifik nach Westen getrieben wird und kalte Wasserschichten voller Nährstoffe an der Küste aufsteigen können.

Wenn der Luftdruck sich allerdings ändert, nimmt der Wind ab oder kann sogar Richtung Land blasen. Die Warmwasserschichten im Westen des Pazifiks treiben zur Küste zurück, der Austausch des kalten und warmen Wassers in Küstennähe findet nicht mehr statt. Das ist der Beginn einer verhängnisvollen Kettenreaktion, die nicht mehr zu stoppen ist.

Laut der WMO führt der menschengemachte Klimawandel nicht automatisch zu einem häufigeren oder stärkeren Auftreten des Phänomens, er könne aber die Auswirkungen verstärken. 2024 wurde durch El Niño zum heißesten jemals gemessenen Jahr.

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Erstellt:
25. April 2026, 16:36 Uhr

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