Kontrastprogramm Ostalb

Mit Kevin Müller kehrt ein ehemaliger Torhüter des VfB am Ostersonntag mit dem 1. FC Heidenheim nach Stuttgart zurück.

Kevin Müller freut sich auf die Rückkehr. Kevin Müller steht seit 2015 im Tor des 1. FC Heidenheim.

© Baumann/Alexander Keppler

Kevin Müller freut sich auf die Rückkehr. Kevin Müller steht seit 2015 im Tor des 1. FC Heidenheim.

Von Jürgen Frey

Heidenheim/Stuttgart - Kevin Müller muss immer wieder schmunzeln, wenn er auf das Thema angesprochen wird. Als der Torwart des Fußball-Bundesligisten 1. FC Heidenheim in der Saison 2013/14 beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand, hatte er innerhalb einer Spielzeit drei verschiedene Trainer: Bruno Labbadia, Thomas Schneider und Huub Stevens. Seit er beim FCH zwischen den Pfosten steht, erlebt er das komplette Kontrastprogramm. Seit 17 Jahren hat dort bekanntlich ein und derselbe Mann das Sagen: Frank Schmidt.

Trotz der äußerst turbulenten Spielzeit in der Landeshauptstadt vor zehn Jahren blickt Müller gerne zurück: „Das war eine sehr schöne Zeit, ich war zum ersten Mal in der großen weiten Welt unterwegs und habe unheimlich viel gelernt“, sagt der gebürtige Rostocker, der damals vom FC Hansa an den Cannstatter Wasen gekommen war. Inzwischen ist er längst auf der Ostalb heimisch geworden. Mit seiner Ehefrau Steffi und Sohn Pepe (12), der in der U 13 des FCH im Tor steht, fühlt sich der 33-Jährige pudelwohl. Seit 2015 trägt er schon den Heidenheimer Dress, gemeinsam mit Defensivmann Norman Theuerkauf (37) ist er der dienstälteste Spieler im Kader.

„Ich bin unheimlich stolz auf das, was wir hier geleistet haben“, sagt Müller vor dem württembergischen Derby beim Tabellendritten am Ostersonntag (17.30 Uhr/MHP-Arena). Acht Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 zehn Punkte. Irgendwie tritt der Neuling in seinem ersten Bundesliga-Jahr der Vereinsgeschichte so auf, als wäre er schon immer Bestandteil der Beletage. Daran ändern auch die vergangenen fünf sieglosen Spiele wenig, nachdem man davor achtmal in Serie ungeschlagen geblieben war und die Superoptimisten unter den Fans schon den Europa-Atlas aus dem Regal holten. „Solche schwierigen Phasen gibt es, wichtig ist, dass wir uns als Team nicht aus der Ruhe bringen lassen. Denn, wenn wir solche Phasen überstehen, dann ist das ein ganz wichtiger Entwicklungsschritt“, betont Müller.

Hinter den Kulissen besteht ohnehin nicht die Gefahr, dass einer der Entscheidungsträger in Aktionismus verfällt. Die Kunst, in kniffligen Phasen kühlen Kopf zu bewahren, haben Trainer Schmidt und der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald häufig bewiesen. Sie sagen sich auch gegenseitig hart und direkt die Meinung, doch keiner nimmt etwas persönlich, es geht ihnen immer um die Sache im Sinne des Vereins. Weshalb nicht wenige Parallelen zum SC Freiburg sehen und dem FCH langfristig eine ähnliche Entwicklung zutrauen, wie sie der Club aus dem Breisgau genommen hat.

„Wir gehen im Verein alle offen und ehrlich miteinander um“, streicht Müller die gute Kultur im Club heraus. „Und wir Spieler wissen, dass wir immer an unsere Grenzen gehen müssen. In jedem Spiel.“ Erst recht am Sonntag in Stuttgart vor den 60 000 Zuschauern in der ausverkauften Stuttgarter Arena. „Der VfB ist zusammen mit Bayer Leverkusen die Mannschaft des Jahres. Wir sind uns der Größe der Aufgabe bewusst und wissen, dass wir uns gewaltig strecken müssen. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern und werden alles geben, um unsere Chance zu nutzen“, sagt Müller. So wie im Hinspiel im November 2023, als der FCH den VfB durch Tore von Jan Schöppner und Tim Kleindienst mit 2:0 besiegte.

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Erstellt:
27. März 2024, 22:06 Uhr
Aktualisiert:
28. März 2024, 21:53 Uhr

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