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Kooperation im überregionalen Teil

So arbeitet die Redaktion (9): Stuttgarter Nachrichten liefern Informationen aus aller Welt

Kooperation im überregionalen Teil

Von Kornelius Fritz

BACKNANG/MURRHARDT. Lokalzeitungen wie die Backnanger Kreiszeitung oder die Murrhardter Zeitung werden vor allem wegen ihrer lokalen Inhalte abonniert und gelesen. Trotzdem erwarten die Leser natürlich, dass ihre Tageszeitung sie auch zuverlässig über Landes-, Bundes- und Weltpolitik, über Wirtschaft, Kultur und Sport sowie über wichtige Ereignisse aus aller Welt informiert.

Nur mit eigenen Redakteuren könnte ein kleiner Verlag diesen Anspruch kaum erfüllen. Deshalb gibt es in der Region Stuttgart bereits seit 1974 die sogenannte Mantelpartnerschaft mit den Stuttgarter Nachrichten. Insgesamt 15 Lokalzeitungen beziehen heute ihren überregionalen Teil aus Stuttgart. Anders als in anderen Regionen Deutschlands konnten sich durch diese Kooperation viele kleinere Zeitungsverlage bis heute ihre Selbstständigkeit bewahren, so wie die Verlage der BKZ und der Murrhardter Zeitung.

Von den 28 Seiten einer durchschnittlichen Ausgabe werden etwa 15 von der Stuttgarter Redaktion produziert. Die fertigen überregionalen Seiten werden abends per Datenleitung nach Backnang übertragen und können bei Bedarf noch bis zum Druckbeginn um Mitternacht aktualisiert werden. In der Gemeinschaftsredaktion der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten arbeiten mehr als 200 Redakteure. Sie verfügt auch über eigene Korrespondenten, etwa in Berlin, Brüssel oder Washington. So können die Backnanger Kreiszeitung und die Murrhardter Zeitung ihren Lesern auf ihren überregionalen Seiten die hohe journalistische Qualität einer großen Regionalzeitung bieten.

Allerdings ist der überregionale Teil unserer Zeitung nicht identisch mit dem der Stuttgarter Nachrichten. So hat etwa das Ressort Wirtschaft in den Stuttgarter Nachrichten vier Seiten, in der BKZ aus Platzgründen nur eine oder zwei. Auch die Berichterstattung über die Landeshauptstadt ist in der Stuttgarter Ausgabe naturgemäß sehr viel ausführlicher.

Deshalb müssen etliche Seiten für die Partnerzeitungen verändert werden. Dafür gibt es im Pressehaus in Stuttgart-Möhringen eine eigene sechsköpfige Redaktion, die jeden Tag die entsprechenden Seiten der Stuttgarter Nachrichten umbaut und anpasst. Gefragt ist die Partnerredaktion auch immer dann, wenn im überregionalen Teil Themen aufgegriffen werden, die das Gebiet einer Partnerzeitung betreffen.

Ein Beispiel: In Backnang passiert ein Mord. Diese Nachricht ist auch für Leser in Stuttgart, Nürtingen oder Herrenberg interessant, weshalb die Stuttgarter Nachrichten auf ihrer Baden-Württemberg-Seite darüber berichten. Die BKZ wird das Thema hingegen – wesentlich ausführlicher – im Lokalteil aufgreifen. Damit es keine Doppelungen gibt, muss die Baden-Württemberg-Seite deshalb von der Partnerredaktion für die BKZ angepasst werden. Dort, wo in Stuttgart, Herrenberg oder Nürtingen der Bericht über den Backnanger Mord steht, erscheint in Backnang ein anderer Text.

Übrigens: Selbst den Stuttgarter Nachrichten wäre es nicht möglich, in jedem Teil der Erde eigene Reporter zu haben. Da kommen die Presseagenturen ins Spiel, allen voran die Deutsche Presseagentur dpa. Sie wurde 1949 von Zeitungsverlegern gegründet. Aktuell beschäftigt die Agentur rund 1000 Journalisten in 94 Ländern. Pro Tag verbreitet die dpa im Schnitt etwa 600 Meldungen und 1200 Fotos, die alle Medien gegen eine entsprechende Gebühr nutzen können. Wenn also derselbe Artikel in der Backnanger Kreiszeitung und in den Kieler Nachrichten erscheint, hat das nichts mit Abschreiben zu tun. Beide Zeitungen nutzen lediglich die Dienste derselben Presseagentur.

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Erstellt:
28. November 2019, 06:00 Uhr

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