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Kosten für Kirchberger Radweg steigen

Landkreis schreibt Baumaßnahmen zur Böschungssicherung an der Murr neu aus – Gesamtsumme liegt jetzt bei 820000 Euro

Der langersehnte Bau eines Radwegs von Kirchberg in Richtung Steinheim soll im nächsten Jahr Wirklichkeit werden. Um das Vorhaben zu bewerkstelligen, muss aber zunächst die Böschung zwischen der Murr und der K1834 stabilisiert werden. Dadurch lässt sich an den kritischen Engstellen der nötige Platz für den Radweg gewinnen. Gesamtkosten nach jetzigem Stand: 820000 Euro.

Radweg Fehlanzeige: Entlang der Kreisstraße bei Kirchberg gibt es für Radfahrer keine eigene Verbindungsstrecke. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Radweg Fehlanzeige: Entlang der Kreisstraße bei Kirchberg gibt es für Radfahrer keine eigene Verbindungsstrecke. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

KIRCHBERG AN DER MURR/WAIBLINGEN. Im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags legte Baudezernent Stefan Hein jetzt die aktuellen Zahlen vor. Danach haben sich die Kosten für das Projekt kräftig erhöht. Nach den ersten Entwürfen und Schätzungen war Hein im April dieses Jahres nämlich noch von 380000 Euro ausgegangen.

Die optimistischen Annahmen ließen sich aber nicht halten. Im Zuge der Ausführungsplanung zeigte sich nämlich, dass mit Kosten von 550000 Euro zu rechnen sei. Ursache: die technisch aufwendige Arbeit, die nötig wird, um die Böschung zu sichern. Aber: Die Differenz würde nicht der Landkreis übernehmen müssen, sondern der Landesbetrieb Gewässer. Eine entsprechende Zusage wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart dann auch gegeben.

Hein ließ nun den nächsten Schritt folgen: die öffentliche Ausschreibung der Arbeiten. Dabei wurde der Landkreis aber kalt erwischt: Es ging nur ein Angebot ein, und dieses überstieg die Kostenberechnung um satte 100 Prozent. Die Ausschreibung wurde daraufhin im September aufgehoben (wir berichteten). Die Analyse ergab, dass die stolzen Preise auf die Hochkonjunktur in der Baubranche, insbesondere auf dem Spezialgebiet Wasserbau zurückzuführen waren.

Straßenbauamt muss Summen an aktuelle Marktlage anpassen

Um trotzdem voranzukommen, nahm das Straßenbauamt die zugrunde gelegte Leistungsbeschreibung noch einmal unter die Lupe. Ergebnis der inhaltlichen Prüfung: Die Summen waren angesichts der aktuellen Marktlage zu niedrig angesetzt. Die Kosten mussten infolgedessen neu berechnet und aufgeteilt werden. Dabei ergab sich ein Gesamtbetrag von 820000 Euro. Davon entfallen 400000 Euro auf den Landesbetrieb Gewässer und 315000 Euro auf den Rems-Murr-Kreis, 135000 Euro mehr als nach der ursprünglichen Schätzung von 180000 Euro. 105000 Euro zahlt der Nachbarlandkreis Ludwigsburg, der an der Gesamtmaßnahme auch beteiligt ist.

Das Vorhaben soll nun also, so erklärte Hein im Ausschuss, noch in diesem Jahr erneut ausgeschrieben werden. Ein akzeptables Ergebnis vorausgesetzt, könnten die Bauarbeiten im Frühjahr nächsten Jahres beginnen. Somit wäre der ursprüngliche Zeitplan zur Fertigstellung bei einer geschätzten Bauzeit von etwa acht Wochen noch einzuhalten.

Der Bau eines Radwegs parallel zur K1834 beziehungsweise an der Murr entlang von Kirchberg in Richtung Steinheim beschäftigt die Kommunalparlamente seit Jahren. Unterschiedlichste Szenarien wurden dabei untersucht, wobei Kostenfragen ebenso wie Belange des Naturschutzes und andere Hindernisse einer Realisierung immer wieder entgegenstanden. Die jetzt anvisierte Lösung geht auf die Beobachtung zurück, dass sich die Murr an zwei Stellen im Lauf der Zeit immer näher an die Kreisstraße herangearbeitet hat. Inzwischen ist laut einem Baugrundgutachten aus dem Jahr 2018 der Punkt erreicht, an dem die Böschung gesichert werden muss, um den Straßenkörper zu schützen.

Um die Gefahr zu bannen, soll eine Schwergewichtsmauer gebaut werden. Weil diese Wand fast lotrecht aufsteigt und damit sehr viel steiler ist als die schräge Böschung, wird einerseits am Ufer der Murr Fläche für eine sogenannte Wasserwechselzone gewonnen. Dieses Gelände unterliegt dann das Jahr über einem ständigen Wechsel zwischen Trockenphasen und Überflutung und bildet einen wertvollen Lebensraum für bestimmte Pflanzen und Tiere. Andererseits wird auch entlang der Straße so viel Fläche gewonnen, dass ein straßenbegleitender Radweg angelegt werden kann.

Der Bau der Stützmauer war ursprünglich für dieses Jahr im Spätsommer vorgesehen, wenn die Murr Niedrigwasser führt; der Radwegbau sollte im kommenden Jahr folgen.

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Erstellt:
6. November 2019, 06:00 Uhr

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