Baden-Württemberg

Krankmeldungen im Südwesten leicht rückläufig

Im Südwesten sind Beschäftigte etwas seltener krankgeschrieben als im Vorjahr. Welche Ursachen für Ausfälle besonders häufig sind und was Experten jetzt fordern.

In Baden-Württemberg gab es weniger Krankheitsausfälle im vergangenen Jahr (Symbolbild).

© Jens Büttner/dpa/dpa-tmn/Jens Büttner

In Baden-Württemberg gab es weniger Krankheitsausfälle im vergangenen Jahr (Symbolbild).

Von red/dpa/lsw

Die Krankheitsausfälle bei der Arbeit sind nach einer Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit im vergangenen Jahr im Südwesten etwas gesunken. Im Schnitt waren Beschäftigte 16,6 Kalendertage krankgeschrieben - annähernd so lange wie 2024 mit 17 Fehltagen, wie die Kasse nach eigenen Versichertendaten ermittelte. Wichtigste Ursachen waren Atemwegsinfekte, psychische Erkrankungen und Probleme wie Rückenschmerzen. Nach Kritik von Kanzler Friedrich Merz (CDU) am hohen Krankenstand wird über strengere Regeln diskutiert. Die Gewerkschaften warnen vor einem Generalverdacht.

Baden-Württemberg weist unter den Bundesländern den geringsten Arbeitsausfall durch Krankheit aus. An erster Stelle der Ursachen für Krankschreibungen in Baden-Württemberg standen im vergangenen Jahr Atemwegserkrankungen wie Bronchitis mit 336 Fehltagen je 100 Versicherte nach 355 Fehltagen 2024. Auf Platz zwei kamen psychische Erkrankungen wie Depressionen. Sie lagen mit 296 Fehltagen je 100 Versicherte leicht über Vorjahresniveau. Es folgten Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenprobleme, die mit 273 Tagen je 100 Versicherte im Vergleich zu 2024 leicht zurückgingen, wie die DAK in Stuttgart mitteilte. 

DAK-Landeschef Siegfried Euerle sagte, es sei jetzt notwendig, eine fundierte interdisziplinäre Ursachenforschung voranzutreiben und neue Lösungswege zu entwickeln. Es müsse das betriebliche Gesundheitsmanagement gestärkt werden. Die DAK ist eigenen Angaben zufolge die viertgrößte Krankenkasse im Land. An erster Stelle kommt die AOK Baden-Württemberg, dann die Techniker Krankenkasse und auf Platz drei rangiert die Barmer. Für die Analyse wertete das Berliner Iges-Institut den Angaben zufolge Daten von rund 263.000 Beschäftigten aus, die bei der DAK versichert sind.

Kanzler Merz hatte einen aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand in Deutschland beklagt und die Möglichkeit infrage gestellt, bei leichteren Erkrankungen auch telefonisch und ohne Praxisbesuch eine Krankschreibung zu bekommen. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte an, die Regelung zu überprüfen. DGB-Landeschef Kai Burmeister sagte: „Die Diskussion um krankfeiernde Beschäftigte ist absurd und überzeichnet.“ Tatsächlich lägen die Ursachen für Erkrankungen oft in schlechter Ergonomie und in harter Schichtarbeit. „Unternehmen müssten endlich körperliche und psychische Belastungen reduzieren; Vorfahrt für Gesundheit am Arbeitsplatz.“

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Erstellt:
24. Januar 2026, 09:06 Uhr

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