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Schwesig nach Krebs-Therapie: „Ich bin wieder gesund“

dpa Schwerin. Vor acht Monaten gab Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bekannt, dass sie Brustkrebs hat. Jetzt hat die SPD-Politikerin die Therapie gut überstanden. Und eine Botschaft.

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, gibt in der Staatskanzlei eine persönliche Erklärung ab. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, gibt in der Staatskanzlei eine persönliche Erklärung ab. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Mit ihrem Kurzhaarschnitt macht Manuela Schwesig (SPD) bereits vor den ersten Worten deutlich, dass sie eine Neuigkeit zu verkünden hat: „Ich bin wieder gesund.“

Fast genau acht Monate, nachdem Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin ihre Brustkrebs-Erkrankung öffentlich machte und sich in Therapie begab, gibt es Grund zur Freude. In einer Videobotschaft via Twitter dankt die 45-Jährige für die große Anteilnahme. Vor einem blauem Frühlingshimmel äußert sie demonstrativ Zuversicht.

Ihr Amt führte Schwesig trotz Therapie fast ohne Einschränkungen weiter. Seit Beginn der Corona-Krise trat sie fast täglich vor Kameras und Mikrofone, um über die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie zu berichten. Sie verkündete das unpopuläre Einreiseverbot für Touristen, aber auch die bundesweit erste Genehmigung zur Öffnung von Gaststätten. Auf Fragen nach der Gesundheit antwortete sie stets, dass es ihr gut gehe, sie sich bei den Ärzten gut aufgehoben fühle und in ihrer Familie großen Rückhalt finde.

Nun trat sie in eigener Sache vor die Presse und konnte sichtlich erleichtert mitteilten, dass sie die kraftzehrende Therapie gut überstanden und erfolgreich abgeschlossen habe. „Es war der bislang schwerste Kampf in meinem Leben“, bekannte die zweifache Mutter. Doch bleibe sie in medizinischer Behandlung und unter Kontrolle, weil es - wie für andere Krebspatienten auch - keine Garantie gebe und ein Restrisiko bleibe.

„Die Krebstherapie hat auch Spuren hinterlassen“, bekannte Schwesig. Deshalb werde sie in den nächsten Wochen in Reha gehen, um neue Kraft zu schöpfen. Dem Vernehmen nach soll das etwa drei Wochen dauern. Zu wichtigen Beratungen - etwa zur Bewältigung der Corona-Krise - will sie sich telefonisch zuschalten lassen. „Ich darf allen versichern, dass ich weiter all meine Kraft aufwenden werde, unser Land gut durch diese Krise zu bringen“, betonte Schwesig. Die Kabinettssitzung am Dienstag leitete aber bereits Vize-Ministerpräsident Lorenz Caffier, der Innenminister vom Koalitionspartner CDU.

In ihrem Video erinnerte Schwesig an den September 2019. „Die Diagnose damals war ein großer Schock für mich, für Familie und Freunde.“ Doch habe sie seither viel Zuspruch und Ermutigung erfahren. „Ich danke vor allem den Bürgerinnen und Bürgern, die mir in den letzten Monaten beigestanden sind, die mich unterstützt haben.“ Dank ging auch an die Vertreter der Parteien „für Anstand und Fairness in dieser persönlichen Angelegenheit“.

Erleichtert zeigte sich auch der SPD-Bundesvorstand, dem Schwesig für mehrere Jahre als Parteivize und in der Führungskrise 2019 kurzzeitig auch als Teil eines amtierenden Spitzentrios angehört hatte. „Liebe Manu, wir haben nach Kräften alle Daumen gedrückt und freuen uns mit Dir und Deiner Familie“, teilte die SPD über Twitter mit. Schwesig, selbst gern in den sozialen Medien unterwegs, postete: „Von guten Mächten wunderbar geborgen ... Vielen Dank für die großartige Unterstützung in den letzten Monaten“.

Binnen kürzester Zeit erhielt sie viele gute Wünsche und Komplimente für die neue Frisur. Bislang galt langes, gewelltes Blondhaar als äußeres Markenzeichen Schwesigs. Zuletzt trug sie Perücke.

Die aus Brandenburg stammende SPD-Politikerin hatte zunächst als Stadtvertreterin in ihrer Wahlheimat Schwerin auf sich aufmerksam gemacht. 2008 wurde sie Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern, wechselte 2013 dann aber als Bundesfamilienministerin nach Berlin. Im Sommer 2017 kehrte sie zurück, um dem an Krebs erkrankten damaligen Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD) im Amt nachzufolgen.

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Erstellt:
12. Mai 2020, 12:30 Uhr

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