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Kretschmann fordert Aufnahme von Flüchtlingen

dpa/lsw Stuttgart. Mehrere Städte sind bereit, besonders hilfsbedürftige Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann appelliert an den Bund, den Weg dazu freizumachen. Und er ist nicht der einzige, der handeln will.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, vor der Presse. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, vor der Presse. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert die Aufnahme von besonders hilfsbedürftigen Flüchtlingen aus Lagern auf griechischen Inseln.

„Genügend Länder und Kommunen in unserem Land haben sich bereiterklärt, ein Kontingent von Kindern, Kranken und Alten in einer humanitären Aktion von Lesbos und anderen Inseln aufzunehmen“, teilte Kretschmann am Freitag auf Facebook mit. „Ich appelliere an die Bundesregierung: Ermöglicht es uns, diese Menschen aus dieser schlimmen Lage zu holen.“ Natürlich brauche man eine europäische Lösung. Aber man könne darauf nicht warten - die Situation in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln sei unerträglich.

Auch der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sprach sich für die Aufnahme von Kindern aus den griechischen Flüchtlingslagern aus. Es bestehe die realistische Chance, etwa 500 Kindern, die alleine auf der Flucht seien, eine Perspektive und Sicherheit anzubieten, sagte Horn. Mehrere Städte in Deutschland seien bereit, sie aufzunehmen. Die Bundesregierung müsse handeln und es den Städten ermöglichen, auf freiwilliger Basis vor allem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen.

„Wir brauchen eine europäische Lösung für die Flüchtlinge, keine Frage“, sagte Horn: „Aber das darf keine Entschuldigung dafür sein, diesem Leid weiterhin tatenlos zuzuschauen.“ Die Städte seien bereit, zu helfen. Ein entsprechender Appell von sieben deutschen Städten, darunter Freiburg, war am Donnerstag bekannt geworden. Die Erklärung, die auch vom niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius (SPD) unterstützt werde, sollte am Freitag offiziell veröffentlicht werden. Im Südwesten beteiligt sich neben Freiburg auch Rottenburg am Neckar.

Derzeit leben nach Angaben der EU-Kommission auf den griechischen Inseln rund 42 000 Migranten, die meist mit Booten aus der Türkei kamen. Unter ihnen seien ungefähr 5500 unbegleitete Minderjährige. Auf der Insel Lesbos halten sich derzeit demnach mehr als 8900 Minderjährige auf, von denen mehr als 1100 ohne ihre Eltern oder andere erwachsene Angehörige dort sind.

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Erstellt:
6. März 2020, 16:21 Uhr

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