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Kretschmann: Kontaktverbot wegen Corona noch nicht lockern

dpa/lsw Stuttgart. Andere Bundesländer lockern die Corona-Auflagen, etwa für die Gastronomie. Doch Baden-Württembergs Regierungschef Kretschmann bleibt vor dem wichtigen Gespräch mit der Kanzlerin zurückhaltend.

Winfried Kretschmann (Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, kommt während einer Sitzung des Landtags mit Mundschutz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Winfried Kretschmann (Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, kommt während einer Sitzung des Landtags mit Mundschutz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich gegen zügige und umfassende Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen - trotz gesunkener Infektionszahlen im Südwesten. Das Vorpreschen einiger Bundesländer sieht er kritisch. Er sei für ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen in den Grundentscheidungen, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart vor den für Mittwoch geplanten Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über mögliche Lockerungen.

„Zusammenbleiben kann man nicht, wenn jeder schon vorher beschlossen hat, was er macht“, kritisierte er. Kretschmann machte klar, dass er etwa gegen eine Aufweichung des Kontaktverbotes für die Bürger ist. In Sachsen-Anhalt war eine neue Verordnung in Kraft getreten, mit der das Land bundesweit bei der Lockerung der Corona-Beschränkungen vorangeht: Die Menschen dort dürfen statt wie bisher mit einem Menschen abseits des eigenen Haushalts fortan zu fünft zusammen sein.

Auch auf die Forderung von Landestourismusminister Guido Wolf (CDU) nach einer schrittweisen Öffnung der Gastronomie spätestens zu Pfingsten reagierte der Grünen-Politiker zurückhaltend. Man werde Entscheidungen nur Schritt für Schritt treffen und fange mit den unproblematischen und nicht mit den problematischen Bereichen an. Zuvor hatte Bayern erklärt, die Gaststätten schrittweise bis Ende Mai wieder öffnen zu wollen. „Wenn Bayern dies ermöglicht, sollten wir das auch in Baden-Württemberg schnell tun“, forderte Wolf.

Kretschmann räumte zwar ein, dass man im Kampf gegen das Virus schon einiges erreicht habe. Der „absolute Maßstab“ sei gewesen, eine Überforderung des Gesundheitssystems zu verhindern - das sei gelungen. Man habe jetzt im Südwesten so viel Kapazitäten in den Krankenhäusern aufgebaut, dass man bei einer neuen Erkrankungswelle nicht mehr befürchten müsse, dass Kranke auf den Intensivstationen nicht ordentlich behandelt werden könnten. Es dürfe aber nicht der Eindruck entstehen, man sei bei Corona schon über dem Berg.

Kretschmann sieht nach wie vor nicht, dass Großveranstaltungen in absehbarer Zeit wieder zugelassen werden. Er geht aber davon aus, dass es nach den Pfingstferien für alle Schüler Präsenzphasen in den Schulen geben wird, wenn dort die Abstandsregeln eingehalten werden können. Bei niedrigen Ansteckungszahlen mit dem Virus könnte man nach Kretschmanns Einschätzung auch bis zum Sommer dahin kommen, dass Maßnahmen wie Ausgangssperren nur auf lokaler Ebene umgesetzt werden - je nachdem, wie sich die Lage in einzelnen Regionen entwickelt.

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Erstellt:
5. Mai 2020, 13:58 Uhr

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