Kretschmann kritisiert „SA-Methoden“ bei Protest in Sachsen

dpa Heidenheim. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Proteste von Gegnern der Corona-Politik vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) scharf verurteilt. „Das sind Methoden, die hat die SA erfunden“, kritisierte Kretschmann am Samstag beim Grünen-Landesparteitag in Heidenheim in Erinnerung an die Kampforganisation der NSDAP.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident, redet beim Landesparteitag. Foto: Marijan Murat/dpa

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident, redet beim Landesparteitag. Foto: Marijan Murat/dpa

Am Freitagabend hatten laut Polizei etwa 30 Menschen laut rufend mit Fackeln und Plakaten vor Köppings Haus in Grimma protestiert. „Das sind ganz schlimme Entgleisungen“, sagte Kretschmann zum SWR. Fackelaufzüge vor einer Politikerwohnung habe man von der SA im Dritten Reich gekannt.

Auf die Frage, ob Ähnliches wie in Sachsen auch im Südwesten passieren könnte, antwortete der Ministerpräsident: „Das kann natürlich überall passieren. Ich hoffe es nicht, dass es passiert und ich hoffe, dass das ein Beispiel ist für alle, dass so etwas auf gar keinen Fall geht.“

Kretschmann räumte ein, eine allgemeine Impfpflicht wäre „eine enorme Zumutung“ für die Gegner der Corona-Politik. Doch solchen Demonstranten müssten die Behörden entschieden entgegentreten. „Gegen die werden wir uns als wehrhafte Demokratie zu erweisen wissen“, sagte der 73-Jährige.

© dpa-infocom, dpa:211204-99-254060/3

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Erstellt:
4. Dezember 2021, 12:51 Uhr

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