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Kürbis-Kunst: Ludwigsburger Ausstellung mit 20. Geburtstag

dpa/lsw Ludwigsburg. Eine Ausstellung mit Hunderttausenden Kürbissen, mitunter zu kunstvollen Skulpturen geformt? Anfangs wurde die Ludwigsburger Kürbisausstellung belächelt. Jetzt feiert sie ihren 20. Geburtstag.

Zahlreiche Kürbisse liegen auf der 20. Kürbisausstellung im Park des Residenzschlosses. Foto: Thomas Kienzle

Zahlreiche Kürbisse liegen auf der 20. Kürbisausstellung im Park des Residenzschlosses. Foto: Thomas Kienzle

Mit Tonnen von Kürbissen in den Gärten des Residenzschlosses kündigt sich in Ludwigsburg der Herbst an. Zum 20. Mal ist am Freitag die nach Angaben der Veranstalter weltgrößte Kürbisausstellung gestartet. Gemäß dem Motto „Märchenhafte Fabelwelt“ wurden rund 50 000 Kürbisse in Ludwigsburg zu meterhohen Fantasiewesen verarbeitet: Im Blühenden Barock tummeln sich etwa ein Einhorn, Pumuckl oder das gelbe Trickfilmmonster Pikachu.

Die 14 Skulpturen, die auf Holz- und Strohgerüsten stehen, hat ein Künstlerteam in Hunderten Stunden Arbeit geschaffen. Seit Mitte August wurde die gesamte Ausstellungsfla¨che mit mehr als 150 Tonnen Kürbissen dekoriert. 450 000 Kürbisse sollen bis zum 3. November zu bestaunen sein - dann endet die Ausstellung mit einem großen „Schlachtfest“ mit den Siegergewächsen der Meisterschaften im Kürbiswiegen.

Bis dahin soll das Herbstgemüse für eine Regatta zu Booten umfunktioniert werden, die größte Kürbissuppe Deutschlands gekocht und eben der schwerste Kürbis Europas gekrönt. Knapp 1,2 Tonnen brachte das Riesengemüse des Europameisters im Jahr 2016 auf die Waage - der Züchter aus Belgien brach damals den Weltrekord. Der deutsche Rekord aus dem Jahr 2018 liegt bei rund 920 Kilogramm.

„Wenn wir Glu¨ck haben, wird es 2019 sogar wieder einen neuen Rekord unserer Sortenschau geben“, sagte der Geschäftsführer der Ausstellung, Stefan Hinner. Im vergangenen Jahr seien 684 verschiedene Sorten gezeigt worden.

Wenn sich der Direktor des Blühenden Barocks, Volker Kugel, an die Anfänge der Ausstellung vor 20 Jahren erinnert, sagt er: „Damals hat uns halb Ludwigsburg ausgelacht.“ Im ersten Jahr seien 50 000 Besucher in den Schlosspark gekommen, mittlerweile seien es fünfmal so viele. Lag zu Beginn der Fokus noch auf Zierkürbissen, stehen heute Speisekürbisse im Mittelpunkt. „Vielen älteren Menschen ist Kürbis noch in Erinnerung als Arme-Leute-Essen“, sagt Kugel. „Letztendlich Viehfutter.“ Doch das Image habe sich grundlegend geändert.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2018 rund 78 000 Tonnen Speisekürbisse wie Hokkaido oder Butternuss geerntet. „Nach einer kurzen Schwächephase in der Saison 2017/18 ist der Kürbismarkt aktuell wieder auf Wachstumskurs“, teilte der Deutsche Gartenbauverband mit. 2018 seien sie in einem Viertel der Haushalte verwendet worden.

Die Gewächse aus deutschem Anbau seien von September bis Februar im Angebot. Sie seien reif, „wenn der Kürbis beim Klopfen auf die Schale hohl klingt“, erklärt der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen. Weltweit gebe es rund 850 Kürbissorten.

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Erstellt:
30. August 2019, 14:03 Uhr

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