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L1080: Im Ort überall Tempo 30 gewünscht

Im Lärmaktionsplan für Allmersbach im Tal gibt es keine weiteren Handlungsempfehlungen – Räte gehen einen Schritt weiter

Um den Lärmaktionsplan, Stufe 3, für Allmersbach im Tal ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Tenor der Erhebung: Es werden keine weiteren Handlungsempfehlungen gegeben. Doch die Gemeinderäte begnügten sich damit nicht. Sie wünschen sich auf der Landesstraße1080 im Ort durchgehend Tempo 30. Dies durchzusetzen, soll nun verfolgt werden.

Hier endet die 30er-Zone in Allmersbach im Tal Richtung Rudersberg. Die Gemeinderäte wünschen sich eine noch ausgedehntere Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Ortsdurchfahrt als bisher. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Hier endet die 30er-Zone in Allmersbach im Tal Richtung Rudersberg. Die Gemeinderäte wünschen sich eine noch ausgedehntere Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Ortsdurchfahrt als bisher. Foto: A. Becher

Von Ingrid Knack

ALLMERSBACH IM TAL. Das Thema Lärm begleitet die Allmersbacher Gemeinderäte schon lange. Schließlich führt eine Landesstraße mitten durch den Ort, die auch viele Lastwagenfahrer nutzen. Die Leidtragenden sind nicht nur die Anwohner, auch für die Gemeinde selbst ist dies ein immerwährendes Ärgernis. Einer der Gründe: „Dass der Gemeinde Aufgaben zugewiesen werden für eine Landesstraße, für die wir nicht zuständig sind und die wir eigentlich gar nicht wollen“, missfällt dem Rathauschef. Grundsätzlich merkte Wörner an: „Egal, um welche Maßnahmen es sich handelt, sie sind mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden.“

Öffentliche Auslegung ist der nächste Schritt

Alle fünf Jahre haben sich die Gemeinderäte mit dem fortgeschriebenen Lärmaktionsplan auseinanderzusetzen, der nach den Vorgaben der EU-Umgebungsrichtlinie erstellt werden muss. Um Lärm zu minimieren, hat die Gemeinde aber schon vor vielen Jahren gehandelt. Eine Tempo-30-Beschränkung in der Ortsdurchfahrt war 2011 relativ geräuschlos über die Bühne gebracht worden.

Nun war die Empfehlung, bei der neuerlichen Runde keine weiteren Maßnahmen zu treffen, wie aus dem Berichtsentwurf der Brenner Bernhard Ingenieure GmbH hervorgeht. Der Lärmaktionsplan, Stufe 3, muss nun öffentlich ausgelegt werden. Damit war der Punkt aber nicht vom Tisch. Wolfgang Semmler (NLAH) bemängelte an dem Plan, dass der Lärm nicht gemessen, sondern nur berechnet worden sei. „Ich halte für sinnvoll, dass man prüft, was man ausgerechnet hat. Ich hätte das gerne mal überprüft.“ Woraufhin Wörner entgegnete, es handele sich dabei um Erfahrungswerte, und fragte: „Sollen wir auch noch die Kosten von Lärmmessungen tragen, die im Grunde zu keinem anderen Ergebnis führen?“ Wilfried Radatz (NLAH) sprach als Erster eine ausgedehntere Tempo-30-Zone an als bisher. „Das heißt nicht, dass die Gemeinde Geld in die Hand nehmen muss.“ Wo jetzt Tempo 50 gefahren werden darf, könne er sich alternativ aber auch Tempo 40 vorstellen. Denn: „Ich sehe die Anzahl der Betroffenen schon wesentlich höher.“ Walter Wötzel (NLAH) erklärte sogleich: „Ich möchte das unterstützen.“ Es gehe auch um die Gesundheit der Menschen. Eberhard Bauer von der NLAH stieß in dasselbe Horn. Als es vor Jahren um Tempo 30 gegangen sei, habe ein „Herr vom Ordnungsamt“ in Backnang als „gewaltiger Bremser“ fungiert. Dieser sei aber mittlerweile im Ruhestand. Und in Allmersbach sei weiterer Verkehr durch den Sporterlebnispark dazugekommen.

Wörner schlug nun vor, den Plan öffentlich auszulegen und eine erweiterte Tempo-30-Zone anzuregen. Bettina Heigoldt (UWV) hält Tempo 30 für sinnvoll, „wenn man es schafft, es zu kontrollieren“. Die Antwort des Rathauschefs: „Eine stationäre Radaranlage bekommen wir nicht.“ Der Landkreis habe in Sachen Tempoüberwachung eine klare Haltung: „Mobile Radarkontrollen werden favorisiert.“ Stationäre Anlagen existierten im Rems-Murr-Kreis im Vergleich zu anderen Landkreisen, etwa Ludwigsburg, wenige. Außerdem gebe die Straßenverkehrsbehörde in Backnang vor, wann gemessen werde. Jörg Adolph (UWV) stört der Wechsel von Tempo 50 zu Tempo 30 und dann wieder 50 und sprach sich für eine durchgehende Geschwindigkeit aus. Ingo Ehring (UWV) beklagte, „dass man als Autofahrer immer gegängelt wird. Allein durch die Verkehrsinsel und die Kreuzung haben wir Tempo rausgenommen.“ Die Lkw-Fahrer müssten irgendwann einmal Gas geben können, um den Berg Richtung Rudersberg hochzukommen. Nun bat Wörner darum, jetzt doch nicht über Sinn und Unsinn von Tempo 30 zu diskutieren. Es gehe allein darum, ob die Anregung „durchgehend Tempo 30“ auf der Landesstraße im Ort noch formuliert werden solle. Bei zwei Gegenstimmen wurde dies so beschlossen.

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Erstellt:
28. September 2019, 16:00 Uhr

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