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Ländliches Flair ist erhalten geblieben

Steinbach feiert 650 Jahre seit der Ersterwähnung – Der Stadtteil zeichnet sich durch Gemeinschaft und Vereinsleben aus

Der Backnanger Stadtteil Steinbach blickt auf 650 Jahre seit der urkundlichen Ersterwähnung zurück. Seither habe sich Steinbach prächtig entwickelt, findet Ortsvorsteher Martin Holzwarth. Er hebt besonders das rege Vereinsleben und die gute Gemeinschaft hervor.

Der idyllische Dorfplatz Steinbachs wurde vor zehn Jahren eingeweiht und mache sich laut Ortsvorsteher Martin Holzwarth gut. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Der idyllische Dorfplatz Steinbachs wurde vor zehn Jahren eingeweiht und mache sich laut Ortsvorsteher Martin Holzwarth gut. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

BACKNANG. Ortsvorsteher Martin Holzwarth kann sich noch an Zeiten erinnern, als in Steinbach „fast jeder zweite Landwirt war“. Der 69-Jährige ist im Backnanger Stadtteil aufgewachsen, weggezogen hat es ihn nie. Auch seine Familie hat einen landwirtschaftlichen Betrieb. „Den kann man eben nicht mal eben mitnehmen“, erklärt er lachend. Und da früh klar war, dass er den elterlichen Betrieb übernehmen würde, stand für Holzwarth ein Umzug nie zur Debatte. Die Zahl der haupterwerblichen Landwirte ist in Steinbach deutlich weniger geworden, Holzwarth zählt deren fünf. Er selbst habe den Familienbetrieb in die Hände seines Sohnes übergeben. „Wahrscheinlich wird es sich aber noch mehr reduzieren“, prognostiziert er, denn nicht jeder finde einen Nachfolger. Von der Fläche her habe sich jedoch nicht viel verändert – die Betriebe seien seit seiner Jugend deutlich größer geworden.

Seit beinahe zehn Jahren ist Martin Holzwarth Ortsvorsteher Steinbachs, zuvor war er als Stellvertreter seines Vorgängers Helmut Heinz aktiv. Zum Ende dessen Amtszeit war beispielsweise der Dorfplatz eingeweiht worden. „Meine Vorgänger Helmut Heinz und Jörg Krämer waren darauf aus, Steinbach lebenswert zu gestalten“, lobt Holzwarth. Der Stadtteil habe sich auch prächtig entwickelt. Klar gebe es immer wieder Bürger, die sich bessere Einkaufsmöglichkeiten wünschen. Das funktioniere aber eben nur, wenn die Geschäfte vor Ort auch wirklich angenommen würden. Immerhin, einmal in der Woche kommt der Metzger vorbei, die Bäckerei profitiert auch vom Durchgangsverkehr und der Eierautomat der Familie Heller werde ebenfalls gut angenommen. Zudem habe man ein Schwimmbad und das Finanzamt, sagt Holzwarth schmunzelnd – beides liege auf Steinbacher Gemarkung.

Die Einwohnerzahl sei weitestgehend stabil, eher ein wenig steigend, seitdem mehrere Baugebiete hinzugekommen sind. Hier warnt Holzwarth von zu schnellem, zu starkem Wachstum: „Wenn sich der Stadtteil auf natürlichem Weg verändert, habe ich nichts dagegen. Aber extra große Baugebiete auszuweisen, um das Wachstum anzukurbeln, davon halte ich nichts.“ Außerdem gebe es auch noch einige Flächen im Ort, die man zum Bauen in Anspruch nehmen könne. Momentan habe Steinbach noch eine angenehme Größe, das ländliche Flair ist geblieben. „Man kennt sich größtenteils“, erklärt Holzwarth schlicht. Das wolle er gern so erhalten. Zumal Steinbach mit seinen 1863 Einwohnern auch aufgrund der zahlreichen engagierten Vereine über eine außergewöhnliche Gemeinschaft verfüge. „Da sind wir richtig gut aufgestellt“, findet der Ortsvorsteher. Das zeige sich auch am Programm für das Festwochenende (siehe Infobox), für das alle an einem Strang gezogen hätten. Für die Zukunft des Stadtteils wünscht sich Martin Holzwarth, dass eben dieser Zusammenhalt erhalten bleibt.

Info: Das Jubiläums-Wochenende

Zum feierlichen Festakt des 650-Jahr-Jubiläums der urkundlichen Ersterwähnung Steinbachs an diesem Sonntag, 7. Oktober, im Festzelt an der Dorfhalle, Seewiesenstraße 32, laden der Ortschaftsrat Steinbach und die Stadtverwaltung Backnang ein.

Nach dem ökumenischen Gottesdienst von 10 bis 11 Uhr folgen ab 11.30 Uhr die Grußworte durch Ortsvorsteher Martin Holzwarth, Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper sowie Landrat Dr. Richard Sigel. Der Akkordeon-Ring Steinbach umrahmt die Veranstaltung musikalisch. Ab Mittag präsentieren sich die ortsansässigen Vereine und Organisationen in der Dorfhalle. Neben den Gelegenheiten dem Liederkranz Backnang-Steinbach zu lauschen, die Vorführung der Mädchen-Tanzgruppen des Sportvereins Steinbach zu bewundern, die Feuerwehrabteilung Steinbach in Aktion zu erleben und eine Flugvorführung des MBV Kondor zu bestaunen, gilt es auch, sich einen Platz für eine Kutschfahrt durch Steinbach zu ergattern. Für alle kleinen Besucher hat der Sportverein Steinbach einen Spielparcours aufgebaut und der Ponyclub Steinbach bietet auf der Wiese neben dem Festzelt einen Ausritt an. Darüber hinaus laden die Stände neben der Dorfhalle den ganzen Tag über zum Verweilen ein – wer will, kann dort seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen oder regionale Kulinarik genießen.

Bereits am heutigen Freitag ab 19 Uhr und am morgigen Samstag ab 18 Uhr ist für Trank und Speis gesorgt. Am Freitagabend wird zwischen den musikalischen Beiträgen des Musikvereins Sachsenweiler und der Kerbholz Combo ein Gewichtssägen veranstaltet. Am Samstagabend wird laut Veranstalter DJ Cheasy das Festzelt mit Unterstützung des Männerballetts der aktiven Fußballer des Sportvereins Steinbach zum Beben bringen.

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Erstellt:
5. Oktober 2018, 09:54 Uhr

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