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Längere Sperrung im Ludwigsburger Schloss

dpa/lsw Ludwigsburg. Die Räume des ersten württembergischen Königspaars im Residenzschloss Ludwigsburg sollen Besucher künftig im Originalzustand vorfinden - bis hin zu Stuhlbezügen und Vorhängen. Dafür müssen sie sich jetzt allerdings noch etwas länger gedulden.

Blick durch zwei Figuren auf das illuminierte Schloss Ludwigsburg. Foto: Bernd Weissbrod/Archivbild

Blick durch zwei Figuren auf das illuminierte Schloss Ludwigsburg. Foto: Bernd Weissbrod/Archivbild

Die Räume des ersten württembergischen Königspaars im Residenzschloss Ludwigsburg werden wegen Restaurierungsarbeiten länger gesperrt sein als ursprünglich geplant - bis 2023 statt 2020. Grund seien neue Erkenntnisse zur Original-Innenausstattung mit Vorhängen oder Möbelbezügen, sagte der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Michael Hörrmann, am Dienstag. An den ursprünglich veranschlagten Kosten von 4,6 Millionen Euro ändere das nichts.

Es sei sensationell, dass nun die Textilien weitgehend originalgetreu rekonstruiert werden können, so Hörrmann. Dafür müssen die 56 Wohn- und Repräsentationsräume von König Friedrich I. und Königin Charlotte Mathilde allerdings länger gesperrt werden. Die Räume des Königs können Besucher bereits seit März nicht mehr besichtigen. Die Räume der Königin werden ab August nicht mehr zugänglich sein.

Bereits seit 2010 hatte Konservatorin Patricia Peschel für die Restaurierung recherchiert. Unter anderem durch die Auswertung von Archivmaterial und Depotbeständen kam sie der ursprünglichen Gestaltung der Textilien von vor rund 200 Jahren immer weiter auf die Spur - teilweise bis hin zur Webstruktur.

Nach Abschluss der Arbeiten sei das Schloss das vermutlich einzige in Europa mit einer derartig originalgetreuen Innenausstattung, sagte Michael Hörrmann. „Das hat nicht St. Petersburg, das hat nicht Paris, das hat nicht London, das hat nicht Rom oder Neapel.“

Führungen wird es in dem Schloss mit mehr als 450 Zimmern weiterhin geben. Dazu würde der Verlauf der Touren umgestellt und auch bisher nicht zugängliche Räume gezeigt, erklärte Stephan Hurst, der Leiter der Schlossverwaltung. Das Residenzschloss Ludwigsburg ist nach Angaben der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg eines der größten im Original erhaltenen barocken Bauwerke Europas und wurde 2018 von mehr als 350 000 Menschen besucht.

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Erstellt:
18. Juni 2019, 16:10 Uhr

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