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Land appelliert wegen Schulschließungen an Arbeitgeber

dpa/lsw Stuttgart. Angesichts der bevorstehenden Schließung von Schulen und Kitas wegen der Coronaviruskrise appelliert das Land an die Kompromissbereitschaft und die Flexibilität von Arbeitgebern und Beschäftigten. „Uns ist bewusst, dass die Schließung der Schulen und Kitas insbesondere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Kindern sowie deren Arbeitgeber vor große Herausforderungen stellt“, betonten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) am Samstag in einer Mitteilung.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

„Wir appellieren daher eindringlich an die Unternehmen bei der Ausgestaltung der Arbeitszeiten und der Genehmigung von Home Office alle Spielräume zu nutzen und größtmögliche Flexibilität zu bieten“, schrieben sie weiter. „Außerdem setzen und hoffen wir auf die gegenseitige Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme innerhalb der Belegschaft.“

Baden-Württemberg sei neben Nordrhein-Westfalen und Bayern das am stärksten von der Ausbreitung des Coronavirus betroffene Bundesland und deshalb in einer besonderen Situation. Von den Schul- und Kita-Schließungen könnten bis zu 1,6 Millionen Familien und Alleinerziehende mit Kindern betroffen sein. Trotzdem sei die Schließung die einzig richtige Maßnahme.

Kretschmann und Hoffmeister-Kraut warnten noch einmal davor, zur Kinderbetreuung nicht auf ältere Menschen wie zum Beispiel die Großeltern zurückzugreifen, da diese besonders gefährdet seien. Grundsätzlich müssten sich Eltern selbst um Alternativen kümmern, hätten keinen Anspruch auf Entschädigung und müssten im Zweifel Überstunden abbauen, Urlaub nehmen oder im Home Office arbeiten, sagte Hoffmeister-Kraut. „Dies stellt für einen Großteil der Gesellschaft eine erhebliche Belastung dar. Wenn wir jetzt alle zusammenhalten und an individuellen Lösungen für den jeweiligen Einzelfall arbeiten, werden wir diese Herausforderung meistern“, betonte sie.

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Erstellt:
14. März 2020, 10:22 Uhr

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