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Unterricht mit Maske? Land prüft Maßnahmen zum Corona-Schutz

dpa/lsw Stuttgart. Eine Art Regelunterricht soll es nach den Sommerferien an den Schulen im Südwesten geben. Lehrer sorgen sich, dass sie sich bei Schülern mit Corona anstecken könnten. Das Land sucht nach Lösungen.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Christoph Schmidt/dpa

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Christoph Schmidt/dpa

Die grün-schwarze Landesregierung erwägt eine Maskenpflicht für ältere Schüler, um mögliche Corona-Ansteckungen in Schulen zu verhindern. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte am Dienstag in Stuttgart, man diskutiere, ob so eine Pflicht sinnvoll sei und wie sie umgesetzt werden könnte. Die Wissenschaft rate dazu, dass die Schüler in ihren Gruppen zusammenblieben. „Das ist aber bei unserem Kurssystem der Oberstufe nicht möglich. Also wird man da, denke ich, dann doch über die Maske reden müssen.“

Ein Sprecher von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) bestätigte, es werde innerhalb der Landesregierung über die Nutzung von Masken an weiterführenden Schulen diskutiert. „Gerade wenn die Infektionszahlen steigen, könnte dies eine Handlungsoption sein.“ Der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, David Jung, plädierte dafür, vor allem die Abstandsregeln in den Klassenräumen einzuhalten. Sollte dies nicht möglich sein, solle man Masken in Erwägung ziehen.

Nach den Sommerferien, die Ende Juli beginnen und Mitte September enden, sollen in Baden-Württemberg möglichst alle Schüler wieder regulär in den Schulen unterrichtet werden - soweit dies in Corona-Zeiten möglich ist. Bislang gibt es nur in den Grundschulen einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Die ansonsten noch geltenden Abstandsgebote sind dort gefallen. Die Landesregierung stützt sich dabei auf eine Studie mit Kindern bis zu zehn Jahren, die ergeben hat, dass Kinder keine Treiber der Infektionen sind.

Nach Angaben von Verbänden und Gewerkschaften haben Lehrer aber große Sorge, dass sie sich in der Schule mit dem Coronavirus anstecken könnten. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) fordert regelmäßige Testangebote für alle pädagogischen und nicht-pädagogischen Beschäftigten in Schulen und Kitas. Kretschmann und Sozialminister Manne Lucha (beide Grüne) halten diese aber für zu teuer und angesichts der derzeit niedrigen Infektionszahlen im Südwesten auch für nicht angebracht. Der Konflikt soll nach Kretschmanns Angaben bis zur parlamentarischen Sommerpause gelöst werden.

„Wir werden uns auf irgendetwas einigen, das hoffentlich auch der Lehrerschaft in diesen Ängsten, deren Rationalität ich nicht so richtig verstehe, entgegenkommt“, sagte Kretschmann. Die Frage sei, was man tun könne, um das Sicherheitsgefühl der Lehrer zu verbessern. „Maskentragen ist das große Stichwort dabei und andere Maßnahmen mehr.“ Klar sei aber auch, dass Lehrer und Schüler „richtig durchgetestet“ würden, wenn in einer Schule eine Corona-Infektion auftrete. „Auch das Versprechen gilt, dass wir das anlassbezogen immer dann in der Breite machen werden.“

Die Bildungsgewerkschaft GEW erklärte, eine Maskenpflicht für ältere Schüler könne nur eine Maßnahme von vielen sein. GEW-Landeschefin Doro Moritz erwartete noch weitere Schritte: „In zehn Wochen beginnt das neue Schuljahr. Bis dahin müssen an allen 4500 Schulen mehr Reinigungskräfte eingestellt werden und ausreichend FFP2-Masken für alle Lehrkräfte, die diese brauchen, gekauft werden.“ FFP2-Masken sind Masken mit einem größeren Schutz als selbstgenähte Stoffmasken. Zudem würden weitere pädagogische Profis in den Klassenzimmern benötigt, damit der Unterricht ab Mitte September gelingen könne.

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Erstellt:
7. Juli 2020, 13:14 Uhr

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