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Land sieht sich bei Künstlicher Intelligenz ausgebremst

dpa/lsw Karlsruhe. Roboter sind lernfähig. Und sie können höflich sein. Das imponiert Ministerpräsident Kretschmann und Grünen-Chef Habeck bei einem KIT-Besuch. Sie sehen eine große Chance. Wenn der Bund mitspielt.

Winfried Kretschmann und Robert Habeck (beide Bündnis 90/Die Grünen) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Foto: Uli Deck/dpa

Winfried Kretschmann und Robert Habeck (beide Bündnis 90/Die Grünen) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Foto: Uli Deck/dpa

Baden-Württemberg will bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz Vorreiter sein, sieht sich aber von der schwarz-roten Bundesregierung ausgebremst. „Das dauert alles viel zu lange. Wir müssen da Tempo vorlegen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Karlsruhe. Um international konkurrenzfähig zu bleiben und die besten Leute zu bekommen, brauche das Land Bundesmittel. Doch auf die warte es noch immer. „Wir müssen da sehr viel schneller reagieren“, betonte Kretschmann bei einem Besuch des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit Grünen-Chef Robert Habeck.

Die beiden Grünen-Politiker ließen sich Haushaltsroboter und intelligente Handprothesen zeigen und sich vorführen, wie humanoide Roboter durch Beobachten den Umgang mit neuen Werkzeugen lernen. Zwar musste Regierungschef Kretschmann schon kräftiger ziehen, damit der Serviceroboter mit Kochmütze den Kaffeefilter aus der Hand gab. Dafür holte der maschinelle Küchenhelfer bereitwillig die Milch aus dem Kühlschrank.

Grünen-Chef Habeck war besonders vom Umgang zwischen Mensch und Serviceroboter ARMAR-3 beeindruckt: „Wenn der Montagearbeiter sich beim Roboter bedankt und der sagt „bitte, gern geschehen“, da merkt man, dass da auch gesellschaftlich was passiert.“ Die Karlsruher Forscher könnten nach seiner Ansicht mit ihrem Ansatz zum „Herz eines eigenen europäischen Wertekanons“ werden: „Die Technik vom Mensch aus zu denken, das ist das Besondere, glaube ich. Das wird in Amerika und China nicht gemacht.“ Das Aushandeln, wie Freiheits- und Grundrechte in Zeiten Maschineller und Künstlicher Intelligenz gewahrt bleiben, werde eine wachsende Aufgabe der Politik.

Von der Medizin über die industrielle Produktion und Mobilität bis hin zum Einsatz als Duschhelfer in Pflegeheimen - Kretschmann zeigte sich von der Bandbreite der praktischen Anwendung angetan. Auch sei der Ansatz, Roboterforschung von Beginn an mit soziologischen und geisteswissenschaftlich-ethischen Fragen zu verbinden, eine „ganz geniale Idee“.

Kernthemen am KIT-Institut für Anthropomatik und Robotik (IAR) sind das Lernen der Maschinen vom Menschen, aus Erfahrung und Interaktion, das Verarbeiten und Übersetzen natürlicher Sprache, die semantische Interpretation und Bewertung von Situationen, die Bildverarbeitung und Mustererkennung sowie das Erkennen von Aktionen und Absichten.

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Erstellt:
22. November 2019, 14:34 Uhr

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