Land will Engpass bei Impfkampagne verhindern: Steuert nach

dpa/lsw Stuttgart. Seit der Schließung der Impfzentren Ende September haben die Arztpraxen den Großteil der Corona-Impfungen übernommen. Weil die Regierung Engpässe verhindern möchte, verstärkt sie die Maßnahmen.

Ein Hausarzt impft einen Jugendlichen in seiner Praxis. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Ein Hausarzt impft einen Jugendlichen in seiner Praxis. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Um einen möglichen Engpass bei der Impfkampagne des Landes zu verhindern, möchte die Regierung die Zahl der mobilen Impfteams deutlich aufstocken. Bis zu 50 zusätzliche Impfteams sollen laut einem Kabinettsbeschluss künftig zur Unterstützung der Arztpraxen und Betriebsärzte eingesetzt werden können, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Die mobilen Impfteams sollen das Kontingent der 30 Teams erweitern, das seit der Schließung der Impfzentren Ende September bereits im Einsatz ist. Sie sollen wie die bisherigen Impfteams an die zwölf Krankenhausstandorte im Land entsandt werden.

Es habe sich herausgestellt, „dass es möglicherweise zu Engpässen bei einem flächendeckenden Impfangebot durch Arztpraxen (...) kommen kann“, heißt es in der bereits beschlossenen Kabinettsvorlage, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Sollte die Kassenärztliche Vereinigung mitteilen, dass das Impfangebot durch niedergelassene Ärzte alleine nicht ausreicht, soll es sofort Unterstützung durch die zusätzlichen Impfteams geben. Ob und wie viele Teams dann zusätzlich entsandt werden, entscheidet das Gesundheitsministerium.

Zur Begründung der Aufstockung der Impfkapazitäten heißt es, die mobilen Impfteams hätten von einem enorm großen Zuspruch berichtet, sie seien „überrannt worden“. Ein weiterer Grund sind demnach personelle Engpässe bei den ärztlichen Leitungen der Impfteams. Dies sei bislang von den Impfzentren abgedeckt worden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Florian Wahl, teilte mit, es überrasche wohl nur Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne), dass die niedergelassenen Ärzte Probleme hätten, allen Impfwilligen im gesamten Land ein zeitnahes Impfangebot zu machen. Die Gesundheitsämter könnten eigene Impfsprechstunden anbieten, so Wahl - doch dazu müsse sie der Minister endlich beauftragen.

Die Zahl der Corona-Impfungen in Baden-Württemberg ist nach der Schließung der Impfzentren insbesondere im Vergleich zur letzten Septemberwoche deutlich zurückgegangen. Das Gesundheitsministerium führt das auch darauf zurück, dass in der letzten Septemberwoche noch einmal viele Menschen die niedrigschwelligen Impfangebote nutzen wollten. Dass die Impfzahlen nun nach erst einmal nach unten gingen, sei deshalb nicht ungewöhnlich, so die Sprecherin. Auch könne es damit zusammenhängen, dass noch nicht alle mobilen Impfteams ihre Daten vollständig ans Robert Koch-Institut gemeldet hätten.

Durch eine Online-Befragung im Auftrag der Landesregierung habe man erfahren, dass mehr als die Hälfte der Ungeimpften noch unentschlossen oder zögerlich sei. Deshalb sollen die Impfkampagne #dranbleibenBW länger als ursprünglich geplant weitergeführt und auch etwa Impfbusse finanziell unterstützt werden.

© dpa-infocom, dpa:211014-99-595265/4

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Erstellt:
14. Oktober 2021, 13:12 Uhr

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