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Landwirtschaft schaut mit Sorgen auf das trockene Wetter

dpa/lsw Stuttgart. Wo immer in diesen Tagen die Äcker bestellt werden, staubt es gewaltig. Der Oberboden ist nach vielen Tagen ohne Regen bereits im April ausgetrocknet - möglicherweise mit Folgen später im Jahr.

Am Bodensee hat die Apfelblüte begonnen. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

Am Bodensee hat die Apfelblüte begonnen. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

Landwirte im Südwesten dürften in diesen Tagen mit Sorgen auf die Wettervorhersage schauen. Nach einem feuchten Winter ist das Frühjahr bisher sehr trocken. Für Prognosen sei es noch zu früh, teilte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am Dienstag mit. Klar ist nach Angaben seiner Agrarexperten aber: Wenn Regen in den kommenden Wochen ausbleibt, muss mit Ertragsausfällen gerechnet werden. Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes ist zumindest bis zum Wochenende nicht mit Niederschlag rechnen.

Eine aus Erfahrung entstandene Bauernregel besagt: „Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass“. Noch ist April, aber das Prinzip ist klar: Wenn Getreide und Gemüse auf den Feldern und Gras auf den Wiesen wachsen sollen, ist Bodenfeuchtigkeit nötig. „Kaum eine Branche ist so vom Wetter und vom Klima abhängig wie die Landwirtschaft“, betonte Hauk. Es sei zu beobachten, dass durch den Klimawandel Wetterextreme in Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen. „Es ist eine Aufgabe der Gesellschaft, unsere Bauern bei der Bewältigung der Klimafolgen zu unterstützen.“

Baden-Württemberg setzt dabei auf Versicherungen, aber auch technische Lösungen wie Beregnungsanlagen oder Hagelschutznetze. Wichtig sei auch die Erforschung klimastabiler Pflanzenzüchtungen. „Daran arbeiten unsere Experten“, sagte Hauk.

Aktuell ist die Bodenfeuchte nach Angaben des Ministeriums in den oberen Schichten im Vergleich zu anderen Jahren gering. Von Trockenheit besonders betroffen seien die Rheinebene und der südliche Landesteil. Der Ostwind der vergangenen Tage habe zur Austrocknung beigetragen. Zum Teil müssten Kulturen wie Gemüse und Erdbeeren bereits bewässert werden. Wintergetreide komme mit der Situation noch am besten zurecht, weil es schon ein ausreichend entwickeltes Wurzelsystem habe. Ein positiver Effekt der Trockenheit sei ein geringeres Auftreten schädlicher Pilze.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Reinhold Pix verwies auf Vorteile des ökologischen Landbaus. Die Fähigkeit der Böden, Wasser zu halten, werde mit einem guten Humusmanagement verbessert. Gleichzeitig müssten auch diese Anbausysteme weiterentwickelt und an das neue Klima angepasst werden. „Die Regierung muss hier deutlich schneller handeln als bisher geschehen“, forderte Pix. Ein erster Schritt sei das Bekenntnis zu einer Steigerung des ökologischen Landbaus.

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Erstellt:
21. April 2020, 11:33 Uhr

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