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Langes Graben für besseres Wasser

Wasserversorgungskonzept für den nördlichen Kreis: Rund 52 Kilometer neue Leitungen von Aspach bis Allmersbach im Tal

Besseres Trinkwasser zu gewinnen und zu verteilen, ist eines der Ziele der Wasserversorgungskonzeption für den nördlichen Rems-Murr-Kreis (siehe Infokasten). Um das Rohwasser der Partner zum neuen Wasserwerk zu befördern und nach der Aufbereitung das Trinkwasser wieder zu verteilen, müssen bis zur Fertigstellung des Projekts rund 52 Kilometer an Roh- und Reinwasserleitungen auf einer insgesamt rund 32 Kilometer langen Trasse verlegt werden.

Zum neuen Wasserwerk Murr in Erbstetten hin werden aus vielen Richtungen Wasserleitungen verlegt wie hier bei Backnang-Schöntal. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Zum neuen Wasserwerk Murr in Erbstetten hin werden aus vielen Richtungen Wasserleitungen verlegt wie hier bei Backnang-Schöntal. Foto: A. Becher

Von Florian Muhl

BACKNANG. Breite braune Bänder ziehen sich derzeit rund um Backnang über Berg und Tal. Klares Zeichen dafür, dass hier Wasserleitungen verlegt werden. Gut zu sehen für Autofahrer, die auf der B14 in Richtung Stuttgart unterwegs sind und zwischen Krähenbachkreuzung (Abzweig zur Autobahn) und Viadukt nach rechts gen Schöntal blicken.

Der Leitungsbau erfolgt in sechs Bauabschnitten (BA1 bis BA6, siehe Karte). Der Leitungsbau nach Leutenbach und Burgstetten (BA1) zur Anbindung der Gemeinde Leutenbach und Söllbachgruppe (Gemeinde Burgstetten) ist abgeschlossen. „Die ausstehenden Restarbeiten am Leutenbacher Hochbehälter Birklen erfolgen im Frühjahr 2020“, teilt Patrick Helber auf Anfrage mit. „Über die neu verlegte Reinwasserleitung wird seit November 2019 der Hochbehälter Birklen der Söllbachgruppe aus dem NOW-Netz versorgt“, so der Sprecher des Zweckverbands Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) weiter.

Um die Quellen aus Aspach, Oppenweiler und Backnang an das Wasserwerk anzubinden und das Reinwasser aus dem Wasserwerk verteilen zu können, werden Roh- und Reinwasserleitungen vom Wasserwerk Murrtal ausgehend in nördlicher Richtung verlegt (BA3.1.1a). Zwischen März und Dezember 2019 erfolgte der Leitungsbau vom Wasserwerk bis zur Murr. „Durch den Einsatz von zwei Baukolonnen konnten die Leitungsarbeiten der 2,3 Kilometer langen Trasse nach nur zehn Monaten Bauzeit vollständig abgeschlossen werden“, sagt Helber.

Direkt an der Murr, bei der Brücke der Kreisstraße1831 Richtung Oberschöntal, wird ein Turbinenhaus errichtet. „Beim Wasseraufbereitungsprozess im Wasserwerk entsteht Eluat – Prozessabwasser –, das in die Murr abgeleitet wird. Beim Ableiten des Eluats aus dem höher gelegenen Wasserwerk entsteht Bewegungsenergie, die zukünftig im Turbinenhaus durch eine Turbine zurückgewonnen wird“, erläutert Helber. Die gewonnene Energie werde unmittelbar für den Betrieb des Wasserwerks genutzt. Der Rohbau des Turbinenhauses ist fertig.

Derzeit werden Leitungen in nördlicher Richtung von der Murr bis zum Gewerbegebiet Lerchenäcker verlegt (BA3.1.1b). Ende vergangenen Jahres waren die Bauarbeiter im Bereich zwischen Murr und der K1832 zugange. Die etwa 1,4 Kilometer lange Trasse führt von der Murr östlich an Oberschöntal vorbei und folgt dem Krähenbach bis zur K1832. Sobald es vom Wetter her trocken genug sei, würde der Oberboden wieder aufgebracht werden. Momentan sei dort auch ein Baulager eingerichtet und von der B14 aus zu sehen.

Auch die Leitungsarbeiten zwischen der K1832 und der L1115 Richtung Aspach schreiten voran. Der Oberboden wurde bereits abgeschoben. Verlegt wird eine Rohwasserleitung mit einer Nennweite von 300 Millimetern. Die etwa 700 Meter lange Trasse folgt der bestehenden NOW-Fernwasserversorgungsleitung entlang des Krähenbachs. Zwei Baukolonnen werden zeitgleich eingesetzt. „Für die Querung der Kreisstraße1832 wird die Leitung in ein bestehendes NOW-Schutzrohr eingezogen, das die Kreisstraße1832 unterquert“, sagt Helber.

Sofern die Witterungsverhältnisse es zulassen, beginnen laut NOW-Sprecher Ende Februar die Arbeiten für den Teilabschnitt von der L1115 bis zum Gewerbegebiet Lerchenäcker. Für die Querung der Landesstraße1115 werden die Leitungen in ein bestehendes NOW-Schutzrohr unter der Landesstraße eingezogen. Die Trasse folgt hier erneut der bestehenden Fernwasserversorgungsleitung entlang des Krähenbachs bis zum Gewerbegebiet Lerchenäcker. „Vom Lerchenäcker führt die Trasse anschließend weiter in nördlicher Richtung an Rietenau und Allmersbach am Weinberg vorbei bis Kleinaspach, wo der Bauabschnitt BA3 endet“, sagt Helber abschließend.

Der Leitungsbau erfolgt in insgesamt sechs Bauabschnitten (BA1 bis BA6). Karte: NOW

Der Leitungsbau erfolgt in insgesamt sechs Bauabschnitten (BA1 bis BA6). Karte: NOW

Info

Gemeinsam mit dem Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) beteiligen sich die Gemeinden Allmersbach im Tal, Aspach, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler sowie die Stadtwerke Backnang GmbH und die Zweckverbände Allmersbach im Tal, Hardt-Wasserversorgung und Söllbachgruppe an der Wasserversorgungskonzeption für den nördlichen Rems-Murr-Kreis.

Herzstück der Versorgungskonzeption ist das neue Wasserwerk Murrtal, das derzeit zwischen Erbstetten und Maubach errichtet wird (wir berichteten). In diesem Wasserwerk wird zukünftig das Wasser aus den örtlichen Brunnen und Quellen der kommunalen Partner mit moderner Technik zentral aufbereitet und enthärtet.

Nach Fertigstellung des Projekts wird das Wasserwerk Murrtal jährlich rund 2,0 bis 2,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gewinnen. Das Rohwasser stammt aus rund 60 Brunnen und Quellen, die sich in einem Umkreis von zehn Kilometern um das Wasserwerk befinden.

Viele Wasservorkommen im nördlichen Rems-Murr-Kreis weisen mit 25 bis 30 Grad deutscher Härte (dH) eine hohe Wasserhärte auf, weshalb das neue Wasserwerk mit einer Enthärtungsanlage ausgestattet wird.

Das Projekt bringt für beteiligte Kommunen und deren Bürger folgende Vorteile:

– einheitliche hohe Wasserqualität und eine geringere Härte von maximal 14 Grad deutscher Härte (Härtebereich mittel)

– optimale Nutzung der lokalen Brunnen und Quellen

– höhere Versorgungssicherheit durch den Bau eines modernen Wasserwerks und das Verlegen neuer Versorgungsleitungen

– wesentlich geringere Investitions- und Betriebskosten im Vergleich zu einer dezentralen Trinkwasseraufbereitung durch die einzelnen Partner (NOW)

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Erstellt:
21. Februar 2020, 06:00 Uhr

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