Langjähriger Einsatz für die „kleinen Leute“

Wilhelm-und-Emil-Erlenbusch-Preis an Luise Seitel vergeben – SPD Backnang ehrt frühere Stadträtin und Awo-Vorsitzende

Mit dem Erlenbusch-Preis wurde Luise Seitel (Zweite von links) von der stellvertretenden SPDFraktionsvorsitzenden Siglinde Lohrmann, dem Stadtratsfraktionsvorsitzenden Heinz Franke und dem Ortsvereinsvorsitzenden Gernot Gruber (von links) für ihr jahrzehntelanges Engagement ausgezeichnet. Foto: A. Becher

© Pressefotografie Alexander Beche

Mit dem Erlenbusch-Preis wurde Luise Seitel (Zweite von links) von der stellvertretenden SPDFraktionsvorsitzenden Siglinde Lohrmann, dem Stadtratsfraktionsvorsitzenden Heinz Franke und dem Ortsvereinsvorsitzenden Gernot Gruber (von links) für ihr jahrzehntelanges Engagement ausgezeichnet. Foto: A. Becher

BACKNANG (pm). Zum dritten Mal haben Backnangs Sozialdemokraten den Wilhelm-und-Emil-Erlenbusch-Preis für herausragendes ehrenamtliches Wirken und den Einsatz für die Menschen und die Stadt Backnang vergeben. Der erste Erlenbusch-Preis ging 2012 an den langjährigen Stadt- und Kreisrat Walter Ortloff, der zweite 2015 an den früheren Redakteur der Backnanger Kreiszeitung, Helmut Bomm. Nun ehrten Ortsverein und Fraktion Luise Seitel für ihren Einsatz im Gemeinderat und als Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Jahr des 100-jährigen Bestehens der mit der SPD eng verbundenen Awo.

Der Landtagsabgeordnete Gernot Gruber blickte zunächst zurück auf das Leben von Wilhelm und Emil Erlenbusch, den Namensgebern des Preises. 1871 ist Wilhelm Erlenbusch als Kind einer ledigen Magd geboren. Sein ganzes Hab und Gut passte in ein kleines Bündel, mit dem er mit 14 Jahren für eine Gerberlehre nach Backnang zog. 1889/1890 gründete Erlenbusch mit Weggefährten den Ortsverein der Backnanger SPD, 1904 die erste Konsumgenossenschaft. Er war Mitbegründer der Baugenossenschaft und organisierte den Bau des Backnanger Waldheims. Von den Nationalsozialisten wurde der führende Kopf der Ledergewerkschaft und langjährige Stadtrat aller seiner Ämter enthoben.

Sein Sohn Emil Erlenbusch trat in die Fußstapfen seines Vaters. Von 1956 bis 1964 holte er im damaligen Altwahlkreis Backnang dreimal das Landtagsdirektmandat für die SPD. Der Turngau- und Sportkreisvorsitzende gründete gemeinsam mit Helmut Weiss das Ebniseezeltlager am Salbengehren, in dem auch viele Kinder und Jugendliche aus Elternhäusern mit kleinem Geldbeutel schöne Ferien im Schwäbischen Wald verbrachten und immer noch verbringen.

Seitel sei in der Tradition der Namensgeber des Preises für die Menschen in der Stadt Backnang aktiv gewesen. Die langjährige Stadträtin und Awo-Vorsitzende hat sich immer für die Interessen der sogenannten kleinen Leute eingesetzt. So war es ihr etwa wichtig, dass eine Buslinie zum Waldfriedhof fuhr. Die gelernte Schneiderin und Fachlehrerin setzte sich dafür ein, dass alle Kinder eine gute Schulbildung und Berufsausbildung bekamen. Auch im von Emil Erlenbusch gegründeten Ebniseezeltlager hat sie mitgeholfen und vielen Kindern aus Backnang und Umgebung schöne Ferien ermöglicht. Mit ihrem Engagement im Stadtrat und in der Gesellschaft liege sie auch ganz in der Traditionslinie von Marie Juchacz (SPD), die 1919 als erste Frau in einem deutschen Parlament eine Rede hielt und die Awo in Deutschland auf den Weg brachte.

Luise Seitel berichtete, dass Emil Erlenbusch sie überzeugt hatte, für den Gemeinderat der Stadt Backnang zu kandidieren. So schloss sich der Kreis der kleinen Feier im Backnanger SPD-Büro.

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Erstellt:
29. Juli 2019, 06:00 Uhr

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