März 2026

Letzte Chance auf Polarlichter?

Der März 2026 verspricht optimale Bedingungen für Polarlichter über Deutschland – dank hoher Sonnenaktivität und dem Winkel der Magnetfelder zur Tag-und-Nacht-Gleiche.

Magisches Polarlicht im Januar über Baden-Württemberg.

© Ulrike Reicherter

Magisches Polarlicht im Januar über Baden-Württemberg.

Von Michael Maier

Die Chancen, in den kommenden Wochen Polarlichter über Deutschland zu beobachten, stehen außergewöhnlich gut. Besonders um den 21. März herum, zur Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktium), erwarten Wissenschaftler optimale Bedingungen für das faszinierende Naturschauspiel.

Der März bietet aus verschiedenen Gründen hervorragende Voraussetzungen für Polarlichter, die meist im Winterhalbjahr auf der Nordhalbkugel zu sehen sind und im Sommerhalbjahr auf der Südhalbkugel.

  • Der Russell-McPherron-Effekt: Um die Tag-und-Nacht-Gleiche stehen die Magnetfelder von Erde und Sonne in einem besonders günstigen Winkel zueinander, was die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern auch in südlicheren Breiten wie Deutschland erhöht. Ab April wandert der Winkel dann allmählich auf die andere Hälfte des Globus.
  • Hohe Sonnenaktivität: Die Sonne zeigt derzeit viele Flecken und schleudert regelmäßig geladene Teilchen ins All, die bei Kontakt mit der Erdatmosphäre zum typischen Leuchten führen.
  • Maximale Phase des Sonnenzyklus: 2026 befindet sich die Sonne am Ende ihres 11-jährigen Zyklus, einer Phase mit intensiven Eruptionen und kräftigeren Sonnenstürmen.

Polarlichter beobachten und fotografieren

Wer das Naturschauspiel im März beobachten möchte, sollte folgende Faktoren beachten:

  • Wolkenfreier Himmel ist unerlässlich – klare Nächte bieten die besten Sichtbedingungen
  • Lichtverschmutzung meiden – abseits größerer Städte sind die Chancen deutlich besser
  • Den Kp-Index beobachten – je höher dieser Wert für geomagnetische Aktivität, desto wahrscheinlicher und intensiver sind Polarlichter
  • Warme Kleidung einplanen, auch im März kann es nachts empfindlich kalt werden
  • Geduld mitbringen – Polarlichter erscheinen nicht nach Zeitplan und können plötzlich auftreten

Foto-Tipps für Polarlichter

  • Smartphone im Nachtmodus verwenden
  • Kamera unbedingt auf einem Stativ befestigen
  • Fokus manuell auf „unendlich“ einstellen
  • Bei Spiegelreflex- oder Systemkameras: Blende zwischen f/2.8 und f/4 wählen
  • ISO-Einstellung zwischen 800 und 3200 je nach Lichtstärke
  • Belichtungszeiten zwischen 5 und 30 Sekunden experimentieren, abhängig von der Intensität

Schwierige Nordlicht-Vorhersage

Trotz guter Grundbedingungen im März bleibt die genaue Vorhersage von Polarlichtern schwierig. Derzeit sind präzise Prognosen nur für einen Zeitraum von etwa 45 Minuten möglich.

Der Sonnenphysiker Sami Solanki erklärt gegenüber Medien: „Wir müssen genau sehen, in welche Richtung der Ausbruch die Teilchen schleudert, mit welcher Geschwindigkeit sie kommen und wie das Magnetfeld der Teilchenwolke ausgerichtet ist.“

Satelliten für Polarlichter

Der NASA-Satellit „DSCOVR“ zwischen Erde und Sonne liefert zwar wichtige Daten, doch selbst damit bleibt nur eine halbe bis dreiviertel Stunde Vorlaufzeit. Die für 2031 geplante ESA-Mission „Vigil“ soll künftig bessere Vorhersagen ermöglichen.

Die außergewöhnlichen Bedingungen im März 2026 könnten somit für spektakuläre Polarlichter auch über Deutschland sorgen – eine seltene Gelegenheit, dieses beeindruckende Naturphänomen in unseren Breiten zu erleben.

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Erstellt:
11. März 2026, 15:38 Uhr
Aktualisiert:
11. März 2026, 15:46 Uhr

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