Norwegen
Letzter Prozesstag im Fall Marius Borg Høiby beginnt
Im Prozess gegen Marius Borg Høiby beginnt heute der letzte Verhandlungstag. Nach den Schlussvorträgen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage in den vergangenen Tagen liegt der Fokus nun auf der Verteidigung.
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Eine Gerichtszeichnung zeigt den Angeklagten Marius Borg Høiby (M) am dritten Tag des Prozesses gegen ihn im Osloer Bezirksgericht im Gerichtssaal mit seinen Anwälten Ellen Holager Andenæs und Petar Sekulic (r).
Von Katrin Jokic
Die Anklage hatte am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten gefordert. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll Høiby in 39 von 40 Anklagepunkten schuldig gesprochen werden. Zudem beantragten die Anwälte der mutmaßlich geschädigten Frauen Entschädigungszahlungen in Höhe von insgesamt mehr als 1,9 Millionen norwegischen Kronen (über 172.000 Euro).
Mehrere Nebenklagevertreter argumentierten, die betroffenen Frauen hätten aufgrund der intensiven medialen Aufmerksamkeit eine besonders hohe Belastung erlitten. In einem Fall wurde zudem gefordert, die Taten rechtlich als Gewalt in einer engen Beziehung einzuordnen – obwohl dies nicht Teil der ursprünglichen Anklage ist.
Am heutigen Donnerstag erhält die Verteidigung das Wort. Sie will die vorgelegten Beweise erneut prüfen, mögliche Schwächen in der Argumentation der Anklage aufzeigen und auf einen Freispruch oder zumindest eine mildere Strafe hinwirken.
Høiby weist die schwerwiegendsten Vorwürfe weiterhin zurück. Zum Abschluss des Verhandlungstages soll er selbst noch die Gelegenheit zu einem letzten Wort erhalten.
Im Anschluss wird sich das Gericht zur Urteilsfindung zurückziehen. Wann das Urteil verkündet wird, ist bislang offen.
