Lidl sucht schon wieder neuen Chef: Ignazio Paternò geht

dpa Neckarsulm. Der Lebensmitteldiscounter Lidl sucht schon wieder nach einem neuen Chef. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Ignazio Paternò verlasse das Unternehmen mit sofortiger Wirkung und „auf eigenen Wunsch“, hieß es am Dienstag in einer Firmenmitteilung. Paternò hatte den Chefposten bei der Supermarktkette im April 2019 zunächst kommissarisch und erst vor wenigen Monaten fest übernommen. Nun habe ihn sein Lebensmittelpunkt in Italien dazu bewogen, das Amt niederzulegen, teilte Lidl in Neckarsulm mit. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ über Paternòs Abgang berichtet.

Das Logo eines Lidl-Supermarktes. Foto: picture alliance / Matthias Balk/dpa/Archivbild

Das Logo eines Lidl-Supermarktes. Foto: picture alliance / Matthias Balk/dpa/Archivbild

Interimsweise soll Gerd Chrzanowski die Geschäfte des Discounters leiten. Dieser ist bereits designierter Nachfolger des Konzernchefs der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig. Gehrig führt den Konzern - zu dem neben Lidl auch die Supermarktkette Kaufland gehört - seit vielen Jahren. Er gilt als engster Vertrauter von Eigentümer Dieter Schwarz. Wann genau Chrzanowski die Leitung des Konzerns übernehmen soll, ist noch nicht bekannt. Im März hatte der Konzern mitgeteilt, Chrzanowski gehe jetzt in die Einarbeitung als Gehrigs Nachfolger.

Bei Lidl ist Chrzanowski einer von vielen neuen Köpfen innerhalb der vergangenen Jahre. Paternò hatte vor etwas mehr als einem Jahr Jesper Hojer abgelöst, der ebenfalls nur zwei Jahre an der Spitze des Unternehmens gestanden hatte. Hojer wiederum hatte 2017 den Chefposten von seinem Vorgänger Sven Seidel übernommen, der die Firma nach rund drei Jahren an der Spitze wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Ausrichtung verlassen hatte.

Der Gesamtumsatz der Schwarz-Gruppe war im abgelaufenen Geschäftsjahr zwischen März 2019 und Februar 2020 um 8,6 Prozent auf 113,3 Milliarden Euro geklettert. Lidl steigerte den Umsatz um fast 10 Prozent auf 89 Milliarden Euro. Kaufland legte um 4,5 Prozent auf 23,7 Milliarden Euro zu. Die beiden Supermarktketten sind mit mehr als 12 500 Filialen in 33 Ländern aktiv.

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Erstellt:
1. September 2020, 16:08 Uhr

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