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Linde will Jobs in Deutschland abbauen und umziehen

dpa München. Entscheidungen des Gasekonzerns Linde befeuern die Diskussion um die Folgen der Fusion mit Praxair im vergangenen Jahr. Gewerkschaften zeigen sich entsetzt.

Der traditionsreiche Gasekonzern Linde hatte sich vergangenes Jahr mit dem US-Konkurrenten Praxair zusammengeschlossen. Foto: Stephan Jansen/dpa

Der traditionsreiche Gasekonzern Linde hatte sich vergangenes Jahr mit dem US-Konkurrenten Praxair zusammengeschlossen. Foto: Stephan Jansen/dpa

Linde will in Deutschland nach Angaben von Gewerkschaften deutlich mehr Jobs abbauen als bisher bekannt und seine Münchner Zentrale verlassen.

Der Dax-Konzern plane, 850 weitere Stellen in Deutschland zu streichen, kritisierten die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet. Zudem sollen die verbliebenen 215 Mitarbeiter in der alten Münchner Linde-Zentrale in den Vorort Pullach umziehen, wie die Gewerkschaften mitteilten. Linde bestätigte den um den Jahreswechsel geplanten Umzug, zum Jobabbau äußerte sich das Unternehmen nicht.

Der traditionsreiche Gasekonzern Linde hatte sich vergangenes Jahr mit dem US-Konkurrenten Praxair zusammengeschlossen. Bereits vor der Fusion hatte Linde ein Sparprogramm mit dem Abbau von bis zu 975 Stellen gestartet. Die jetzt geplante Kürzung solle darüber hinaus erfolgen, damit sei Deutschland vom Stellenabbau besonders betroffen, betonte die IG Metall und fordert - wie die IG BCE - die Rücknahme der Streichungspläne. Derzeit beschäftigt Linde in Deutschland etwas mehr als 7000 Mitarbeiter.

„Unsere Warnungen bestätigen sich: Die De-facto-Übernahme von Linde durch Praxair bringt den deutschen Beschäftigten nichts als Stellenabbau, Gängelung und Einschränkungen bei der Mitbestimmung“, kritisierte Xaver Schmidt, der für die IG BCE im Linde-Aufsichtsrat sitzt.

Seit der Fusion hat Linde seinen gesellschaftsrechtlichen Sitz in Irland, die Hauptgeschäftsstelle liegt in Großbritannien. Zudem gibt es zwei Hauptquartiere an den ehemaligen Sitzen der beiden Partner, in München sowie in Danbury in den USA, wo auch Vorstandschef Steve Angel sein Büro hat.

Der Auszug aus der prominenten Zentrale in der Münchner Innenstadt könnte der Debatte, ob die Struktur mit zwei Hauptquartieren über die vereinbarte Integrationsphase bis Ende 2021 hinaus bestehen bleibt, neues Futter geben. „Damit verliert Linde in München sein Gesicht“, kritisierte der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Johann Horn. Zudem betonte die Gewerkschaft: „Nach wie vor gräbt der kulturelle Unterschied zwischen den fusionierten Unternehmen Linde und Praxair tiefe Furchen.“ Die angekündigte Integration der Unternehmen habe bisher nicht funktioniert.

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Erstellt:
24. Oktober 2019, 12:58 Uhr

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