Literaturarchiv baut aus: „Meilenstein“ für das Archiv

dpa Marbach. Nach lauten Klagen über Platznot und fehlende digitale Perspektive atmet das Deutsche Literaturarchiv (DLA) in Marbach am Neckar auf: mit einer millionenschweren Finanzspritze des Bundes soll die Institution mit ihren Nachlässen, Sammlungen und Archiven größer und digitaler werden. Einen Aufbruch für Personal, Finanzen, Digitales und Bauen verspricht sich die DLA-Direktorin Sandra Richter. Mit der Förderung des Bundes in Höhe von 73 Millionen Euro gebe es Planungssicherheit für den Reformprozess, sagte die Literaturwissenschaftlerin am Freitag.

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach. Foto: Sebastian Kahnert/dpa/Archivbild

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach. Foto: Sebastian Kahnert/dpa/Archivbild

Unter anderem soll das Archiv erweitert und saniert werden, der Bau eines Bürogebäudes ist ebenso geplant wie ein Magazinbau für den jährlich um 1400 Regalmeter wachsenden Bestand. „Das Haus ist so gut wie voll“, sagte Richter. „Um weiter zu sammeln und unseren satzungsgemäßen Auftrag zu erfüllen, brauchen wir Platz.“ Sie sprach von einem „Meilenstein“ in der Geschichte des Archives. „Mit den jetzt bewilligten Fördergeldern haben wir eine sehr gute Grundlage geschaffen, um diese herausragende kulturelle Einrichtung zukunftsfest zu machen“, sagte sie weiter. Während des Umbaus bleiben Archiv und Museen für Besucher geöffnet.

Gesichert sind auch die Mittel für 19 neue Stellen für Bibliothek, Forschung, Archivierung und IT. Geplant sind unter anderem Kooperationen zur Langzeitarchivierung und für neue, digitale Erschließungsmethoden zur Analyse von Texten. Die Gebäude des DLA seien bislang nur wenig auf Digitales ausgelegt, sagte Richter.

Im Deutschen Literaturarchiv werden Literatur und Philosophie seit 1750 bis hin zur Gegenwart verwahrt. Offiziellen Angaben zufolge ruhen in rund 44 000 Archivkästen mehr als tausend Nachlässe, Sammlungen von Schriftstellern oder Übersetzern, dazu Archive von Verlagen und Redaktionen. Die Bibliothek sei die größte Spezialsammlung zur neueren deutschen Literatur - mit rund einer Million Bänden.

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Erstellt:
27. November 2020, 16:47 Uhr

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