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Logopäde gesteht sexuellen Missbrauch behinderter Jungen

dpa Würzburg. Tatort Kita: Die Eltern wähnen ihre Kinder in Sicherheit. Doch in zwei Würzburger Einrichtungen soll ein Sprachtherapeut ihm anvertraute Jungen sexuell missbraucht haben. Die Opfer trugen teils noch Windeln.

Ein wegen Missbrauchs von Kindern angeklagter Logopäde trifft zum Prozessbeginn im Sitzungssaal im Würzburger Landgericht ein. Foto: Daniel Karmann/dpa

Ein wegen Missbrauchs von Kindern angeklagter Logopäde trifft zum Prozessbeginn im Sitzungssaal im Würzburger Landgericht ein. Foto: Daniel Karmann/dpa

Ein wegen schweren sexuellen Missbrauchs behinderter Jungen in Würzburg angeklagter Mann hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft umfangreich eingeräumt.

„Er hat unter Tränen gesagt, dass er versteht, wie viel Vertrauen er missbraucht hat“, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag im Landgericht Würzburg. Die Aussage des 38-Jährigen fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt - zum Schutz der mutmaßlichen Opfer und des Angeklagten. Der Logopäde soll von 2008 an bis zu seiner Festnahme im März 2019 sieben Jungen in seinen Praxen und bei Therapiestunden in zwei Kindergärten sexuell missbraucht haben, in 66 Fällen davon schwer. (Az. 510 Js 541/19 jug)

Vor der Großen Jugendkammer war zuvor bereits die Anklage ohne Öffentlichkeit verlesen worden; dies dauerte etwa eindreiviertel Stunden. Der Vorsitzende Richter Michael Schaller begründete dies mit dem Schutz der minderjährigen Opfer. Die Jungen sind mittlerweile zwischen 7 und 13 Jahre alt.

Die betroffenen Kinder sind körperlich und/oder geistig behindert, können gar nicht oder nur wenig sprechen. Manche von ihnen waren laut Staatsanwaltschaft erst zwei Jahre alt, als sich der Angeklagte an ihnen vergriff. Viele trugen damals noch Windeln.

Nach Darstellung der Ermittler fotografierte und filmte der Mann die Übergriffe und stellte sie in einschlägige Foren im sogenannten Darknet. Dort können sich Internetnutzer fast anonym bewegen.

Nebenklagevertreter Bernhard Löwenberg fasste die Gefühlslage einiger Betroffener zusammen: „Unsere Mandanten sind seit Monaten beeinträchtigt in ihrem Alltag.“ Sie seien „im Prinzip kopflos“, fänden keine Worte für das Geschehene. „Wir möchten, dass der Angeklagte nie wieder herauskommt.“

Für die Verhandlung sind elf Prozesstage bis Ende April anberaumt.

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Erstellt:
5. März 2020, 18:58 Uhr

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