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„Macht krass Bock!“

Beliebtes Event in der Sommerpause des Backnanger Jugendzentrums: Der Gurkencup geht in die nächste Runde

Seit Jahrzehnten gibt es den Juze-Gurkencup, der mit viel Spaß an Nonsens und Bier in Backnang über die Bühne geht. Bei brütender Hitze schwitzten dieses Mal insgesamt neun Mannschaften um die Wette.

Eine illustre Mannschaft: Beim Gurkencup des Backnanger Jugendzentrums stehen das Miteinander und das Vergnügen im Vordergrund. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Eine illustre Mannschaft: Beim Gurkencup des Backnanger Jugendzentrums stehen das Miteinander und das Vergnügen im Vordergrund. Foto: J. Fiedler

Von Carmen Warstat

BACKNANG. Die weiteste Anreise hatte wohl das Team „Mooschtkopf“ aus Schwäbisch-Gmünd. Andere kamen beispielsweise aus Murrhardt und Gruibingen, und dann ist da wie immer als harter Kern die veranstaltende Backnanger Truppe. Verstärkt durch einige Vertreter vergangener Juze-Generationen wie Jochen Stapf und Pascal Weber, beide frühere Aktive des traditionsreichen Jugendzentrums. Sie genießen es heute, in der Regel keine Verantwortung mehr zu tragen und trotzdem dabei zu sein. „Auch mal ganz schön“, findet Pascal Weber das. Jochen Stapf jedoch, der um die Jahrtausendwende im Juze aktiv war, hat in diesem Jahr die Unterstützung der Jugendlichen beim Organisieren, Vorbereiten und Moderieren des Cups übernommen und verweist auf die soziokulturelle Ausrichtung des Vereins. Man wolle auch Jugendliche, die nicht gerade im Juze ein- und ausgehen, ansprechen und unbedingt einbeziehen, dafür sei der beliebte Gurkencup eine ideale Gelegenheit. Und ansonsten? „Es geht um den Spaß, Leute! Und ums Bier!“, ruft jemand, denn das Reglement sieht auch in diesem Jahr vor, dass jedes Tor mit einem Bier für den Schützen belohnt wird. Dieses muss er trinken, damit das Tor seine Gültigkeit nicht verliert. Er muss es sofort trinken, und er muss es schnell trinken, denn seine Mannschaft spielt ohne ihn weiter, und er wird gebraucht.

„Macht krass Bock“, lacht ein Murrhardter Kicker und erklärt, dass der Name seines Teams „1. THC Spliffingen/ Pfuiteuflingen“ durch die manchmal augenzwinkernde, manchmal aber auch viel zu ernste Konkurrenz zwischen Murrhardt und Fornsbach inspiriert ist. „Man möchte ein Zeichen dagegensetzen“, so Dominic Büchele mit einem freundlichen Lächeln. Ein anderer kommt gerade vom Spielfeld. Sein Kommentar ist ebenfalls „Macht krass Bock!“. Es ist wie im richtigen Fußball – ohne Emotionen geht es nicht. „Roter Stern. Ich spür noch gar nix“ – so heißt eines der Backnanger Teams, erkennbar an den K.-o.-Hemden. Gemeint sind karierte Hemden, die dazu gedacht sind, „negativ aufzufallen“, verrät Pascal Weber und bedauert: „Es musste niemand Bier trinken, leider, aber wir haben’s trotzdem getan.“ Verbissenheit ist also die Sache der Juze-Aktiven und Ehemaligen sicher nicht, vor allem nicht an diesen letzten Sommertagen, in der Gurkencup-Zeit. Aber natürlich muss alles seine Ordnung haben. Die meisten Teilnehmer achten darauf, nichts liegen zu lassen, eine Ermahnung des Moderators Jochen Stapf genügt da völlig. Man ist dankbar dafür, die Sportanlage in der Eugen-Adolff-Straße mitsamt den Toiletten und Duschen nutzen zu dürfen. Letztere sind ein Segen, gerade nach sportlicher Betätigung bei diesem Wetter.

Am Rande ist zu erfahren, dass auch ein Obdachloser mitspielt, weil der Mannschaft „Bierdurst Filstal“ aus Gruibingen anfangs ein Spieler fehlte. Sie hätten dann am Bahnhof einfach einen Obdachlosen angesprochen und gefragt, ob er für sie ins Tor gehen würde. Die spontane Zusage ermöglicht dem Team die Teilnahme schließlich doch noch. Mindestens sechs Spieler, von denen mindestens einer männlich und einer weiblich sein muss, gehören jedem Team an, und gespielt wird jeweils zweimal acht Minuten – bei dieser Hitze eine echte Herausforderung. Mit von der Partie sind auch potenzielle Anwärter einer künftigen Juze-Generation. Der fünfjährige Janek und der zehnjährige Harif schonen sich nicht und können mehrere Tore erzielen. Sie werden gebührend bejubelt. Das Pflichtbier freilich nimmt dann immer ein Stellvertreter zu sich, und die Kleinen bekommen Spezi.

Den erfolgreichsten Teams winken neben dem Pokal Preise: ein großes Glas saure Gurken, Tickets für den baldigen Drei-Ligen-Cup in Aspach und Bier, Bier, Bier. Nach insgesamt 20 Spielen ist klar: Die Teams „Weißer Montag“, „Schwarzer Montag“ und „Bierdurst Filstal“ belegen die Plätze eins, zwei und drei, wobei das Spiel um Platz drei und das Finale durch Elfmeterschießen entschieden werden. Spannend also bis zum Schluss, unterhaltsam und witzig. Gewonnen haben alle an diesem Nachmittag. Das Turnier ist verletzungsfrei und friedlich verlaufen. Und die Platzierung Nebensache.

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Erstellt:
2. September 2019, 16:00 Uhr

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