Macron empfängt Merkel zu Arbeitsessen im Elyséepalast

dpa Paris. Die Kanzlerin besucht den französischen Präsidenten in Paris. Auf dem Programm stehen zahlreiche drängende Themen. Das Arbeitsessen im Elyséepalast ist aber nicht das letzte Treffen der zwei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zusammen in Berlin. Foto: Axel Schmidt/Reuters-Pool/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zusammen in Berlin. Foto: Axel Schmidt/Reuters-Pool/dpa

Zur Beratung wichtiger internationaler und europäischer Themen wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris empfangen.

Bei dem gemeinsamen Abendessen im Elyséepalast soll es unter anderem um die Situation in Afghanistan, den Iran, Libyen, die Ukraine und Belarus gehen, hieß es am Vorabend des Treffens aus Elyséekreisen. Themen seien außerdem große europäische Herausforderungen im Bereich der Verteidigung, Asyl und Migration, der Klimawandel und die Digitalisierung. Zuvor war auch die Lage in der Sahelzone als Thema genannt worden.

Auf der Tagesordnung steht demnach auch die Vorbereitung wichtiger europäischer Treffen, wie etwa die EU-Beratungen mit den Westbalkan-Staaten am 6. Oktober in Ljubljana. Außerdem wolle man über den bevorstehenden französischen EU-Ratsvorsitz sprechen. Frankreich übernimmt den alle sechs Monate wechselnden Ratsvorsitz im Januar. Zuvor hatte Frankreich den Vorsitz 2008 und davor im Jahr 2000 und 1995 inne.

Macron könne den französischen Ratsvorsitz kurz nach Merkels Abgang zur Profilierung als europäischer Anführer nutzen, zitierte die Zeitung „Le Monde“ den Direktor des Meinungsforschungsinstituts IFOP. Außerdem käme Macron die europapolitische Bühne im Anlauf zur französischen Präsidentschaftswahl im April zugute. Dort könne er sich mit großen Themen wie dem Klimawandel auseinandersetzen, statt sich im innenpolitischen kleinklein zu verheddern, analysierte IFOP-Chef Jérôme Fourquet.

Unterdessen wird Macron sicher auch die noch offene Nachfolge von Merkel beschäftigen. Einerseits wird darauf geschaut, welche Koalition und welcher Kanzler oder Kanzlerin es am Ende in Berlin wird, andererseits sollten aus Sicht der Franzosen die Koalitionsverhandlungen nicht all zu lange dauern. Denn für den französischen EU-Ratsvorsitz braucht Frankreich Berlin mit einer operationellen Regierung, wie es hieß.

Merkels Abschiedsbesuch bei Macron steht unterdessen zu einem späteren Zeitpunkt an. Nach Angaben aus dem Elysée, ist dieser nach der Bundestagswahl in einem persönlichen Format geplant. Macron hatte in der vergangenen Woche schon die Kanzlerkandidaten der SPD und der CDU, Olaf Scholz und Armin Laschet, in Paris empfangen.

© dpa-infocom, dpa:210916-99-236073/3

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Erstellt:
16. September 2021, 05:02 Uhr

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