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Männliche Fee ist die Hauptfigur im Hänsel-und-Gretel-Rap

Autor Christian Berg studiert mit Kindern sein Werk „Rumpelröschen“ ein – Gemeinschaftsprojekt mit der Deutschen Stiftung für Menschen mit Downsyndrom

Musical-Autor Christian Berg (rechts) beim Einstudieren von „Rumpelröschen“. Foto: A. Palmizi

© ALEXANDRA PALMIZI

Musical-Autor Christian Berg (rechts) beim Einstudieren von „Rumpelröschen“. Foto: A. Palmizi

Von Wolfgang Gleich

WEINSTADT. Von Ferienstimmung ist in der Großheppacher Prinz-Eugen-Halle keine Spur. Im Gegenteil, konzentriertes Arbeiten ist angesagt. Zwei Dutzend Kinder hängen ihren Trainern an den Lippen und bemühen sich, deren Anweisungen akribisch genau umzusetzen: den richtigen Platz in der Ballettgruppe einzunehmen, den Einsatz nicht zu verpassen und dem Hänsel-und-Gretel-Rap sprühendes Leben einzuhauchen.

Autor, Regisseur und Schauspieler Christian Berg ist begeistert von dem, was ihm geboten wird. Er freut sich schon heute auf die Aufführung seines Musicals „Rumpelröschen“, bei der er und sein Partner, der Komponist und Texter Jan-Christof Scheibe, zusammen mit 65 Kindern auf der Bühne stehen werden. Er selbst, erzählt er beim Pressegespräch, habe als Kind stets davon geträumt, mit „richtigen erwachsenen“ Schauspielern zusammen auf der Bühne zu stehen und gemeinsam mit ihnen zu arbeiten. Leider habe sich ihm in seiner Heimatstadt Cuxhaven dazu nicht die Chance geboten.

Die Kinder, die nun zusammen mit ihm „Rumpelröschen“ aufführen, werden sich ihr ganzes Leben lang daran erinnern und stolz zurückblicken, ist sich Berg sicher.

Das Musical „Rumpelröschen“ hatte am 1. Februar in Hamburg seine Uraufführung. Es ist die Geschichte von dem kleinen Jungen Rumpelröschen, seines Zeichens eine männliche Fee. Mit viel Mut und ganz ohne Zauber, erfahren die versammelten Journalisten, zieht er aus, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, und fliegt in das größte Abenteuer seines Lebens. Zwischen den sieben Bergen und tiefblauen Tälern begegnet Rumpelröschen nicht nur Aschenputtel, Pinocchio und einem pummeligen Einhorn. Er landet mitten im Märchen von Händel und Gretel und beweist, dass ein gutes Herz Großes bewegen kann.

Die Idee, Christian Berg für dieses Gemeinschaftsprojekt mit der Deutschen Stiftung für Menschen mit Downsyndrom zur Gartenschau ins Remstal zu holen, hatte Sabine Moster, die Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Rems-Murr e.V. Die Wirtschaftsjunioren sehen es als Verpflichtung, im Rahmen sozialer Projekte etwas an die Gesellschaft zurückzugeben, erklärt sie. Sie sei schon lange ein Fan von Christian Berg. Im vergangenen November nahm sie über Facebook Kontakt zu ihm auf und fragte an, ob er und sein Team es sich vorstellen könnten, hier in der Region eine Kindermusical-Akademie zu veranstalten, für Kinder mit und ohne Downsyndrom.

Berg ließ sich nicht lange bitten. Inklusion dürfe nicht die Ausnahme sein, sondern müsse zur gesellschaftlichen Normalität werden, postuliert er in Großheppach. Er habe selbst einen Sohn mit Aspergersyndrom, der mittlerweile die elfte Klasse besuche. Deshalb sehe er bei dieser Arbeit einfach nur Kinder, die in die Aufführung mit eingebaut werden und dadurch Momente erleben, die sie nicht vergessen werden. Jeder Mitwirkende solle sich einbringen und im Rahmen seiner Möglichkeiten zum Teil des Ganzen werden. Dabei gehe es in erster Linie um Erleben, Miteinander und sich zu trauen, über sich hinauszuwachsen. „Jeder Cent, der in dieses Projekt investiert wird, ist gut angelegt“, bedankt sich Berg bei den Wirtschaftsjunioren und Sponsoren. „Bei uns ist Anderssein Voraussetzung, denn Theater ist bunt und vielfältig.“ Man könne gar nicht früh genug damit anfangen, Kindern das nötige Selbstvertrauen zu geben, die eigene und die Verschiedenheit anzunehmen, aus der unsere Welt bestehe.

Begeistert von der gemeinsamen Arbeit in dem von Christian Wagenblast geleiteten Projektteam ist auch Anita Gomers aus Schorndorf. Sie ist von Anfang an mit dabei, sei es beim Werben von Sponsoren, beim Entwerfen und Verteilen von Flyern oder auch bei scheinbaren Kleinigkeiten, wie dem Beschaffen von Brezeln und Getränken. „Schwer beeindruckt“ sei sie von dem Engagement und dem Einsatz der Wirtschaftsjunioren, die dies alles neben ihren Alltagsverpflichtungen leisteten und so manchen Urlaubstag opferten.

Dreimal wird „Rumpelröschen“ aufgeführt: am Freitag, 21. Juni, um 14 Uhr in den Erlebnisgärten am Schloss in Schorndorf, am Samstag, 22. Juni, um 14 Uhr auf der Remsparkbühne im Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd und am Sonntag, 23. Juni, um 14 Uhr auf der Freilichtbühne Mühlwiesen in Großheppach.

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Erstellt:
17. Juni 2019, 06:00 Uhr

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