Mann wegen Millionen-Betrugs mit Schutzhandschuhen angeklagt

dpa/lsw Hechingen. Zuerst versuchte es der mutmaßliche Betrüger mit nicht existenten Schutzmasken, dann wich er auf Schutzhandschuhe aus und erbeutete so zwei Millionen Euro. Wegen Betruges erhob die Staatsanwaltschaft Hechingen gegen einen 31-Jährigen nun Anklage. Seine Ehefrau wird der Beihilfe beschuldigt, wie die Anklagebehörde am Montag in Hechingen mitteilte.

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration

Dem 31-Jährigen aus Albstadt wird vorgeworfen, sich nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie mit einem Geflecht mehrerer Unternehmen als branchenkundiger Vermittler von Medizinprodukten verkauft zu haben. Der Mann habe den coronabedingt großen Bedarf an Schutzprodukten im Frühsommer 2020 ausgenutzt, um ein Betrugsmodell in die Wege zu leiten. Nachdem ein erstes Geschäft mit FFP3-Schutzmasken gescheitert war und er Schulden im sechsstelligen Bereich angehäuft hatte, soll der Mann mit einem aus der Türkei heraus agierenden Komplizen den Betrug mit Schutzhandschuhen geplant haben.

Das Geld landete auf einem Konto in der Türkei, wo es der Angeschuldigte und seine Frau abgehoben haben sollen. Der 31-Jährige sitzt in Deutschland in Untersuchungshaft. Beim Zugriff der Polizei wurden zahlreiche Luxusuhren und Schmuck sowie Bargeld sichergestellt. Der Großteil des Geldes wurde bislang nicht gefunden.

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Erstellt:
11. Januar 2021, 13:45 Uhr

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