„Marodestes Dienstgebäude“: Ravensburger Revier saniert

dpa/lsw Ravensburg. Diesen Ruf ist das Ravensburger Polizeirevier los: Weil das Dienstgebäude schmuddelig und undicht war, galt es als das marodeste im ganzen Bundesland. Und nicht nur der schlechte Ruf ist nun weg.

Ein Schild mit der Aufschrift „Marodestes Dienstgebäude der Polizei Baden-Württemberg“ hängt am Ravensburger Polizierevier. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

Ein Schild mit der Aufschrift „Marodestes Dienstgebäude der Polizei Baden-Württemberg“ hängt am Ravensburger Polizierevier. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

Nach einem Jahrzehnt ist das Ravensburger Polizeirevier den Titel des „marodesten Dienstgebäudes“ in Baden-Württemberg los. Das Revier wurde für zwei Millionen Euro saniert. Schimmel, bröckelnder Putz und Ungezieferbefall gehören nach zweijähriger Renovierungszeit der Vergangenheit an. „Das war unwürdig für ein Polizeigebäude“, sagt Polizeipräsident Uwe Stürmer.

Mit der Übergabe der neuen Räume verschwand am Mittwoch auch die unrühmliche Auszeichnung, die im September 2010 von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) verliehen wurde. Sie prangte auf einem Schild am Eingang des Reviers.

Die Gewerkschaft hatte damals die desolaten Verhältnisse in dem oberschwäbischen Polizeirevier angeprangert und damit für dringende Nachbesserung geworben. Beanstandet wurden etwa der schmuddelige Eingangsbereich, ein undichtes Dach sowie die Sanitäreinrichtungen.

Für alle Beschäftigten stünden genau zwei Duschen, eine für Frauen, eine für Männer, zur Verfügung, hatte die Polizeigewerkschaft geschrieben: „Neben dem Duschgel steht der Schimmelentferner.“ Man sei froh, dass diese Zustände nun der Vergangenheit angehörten, sagte DPolG-Bezirkschef Siegfried Traub, der das Schild abmontierte.

Der Eingangsbereich der Polizeiwache wurde vergrößert, die drei Zellen erneuert und mit Videoüberwachung ausgestattet. Die rund 150 Polizistinnen und Polizisten haben eine Teeküche und neue Duschen bekommen. Dies sei kein verfrühtes, sondern ein längst überfälliges Weihnachtsgeschenk, sagte Hermann Zettler, der als Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg als Bauherr fungierte.

Zum Artikel

Erstellt:
9. Dezember 2020, 06:15 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!