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MC Bruddaal verkauft eigenes Bier

Der schwäbische Rapper arbeitet hierfür mit dem Strümpfelbacher Wengerter Daniel Kuhnle zusammen

MC Bruddaal, 1980 in Schorndorf unter dem Namen Henrik Brislow geboren und seit Jahren als schwäbischer Rapper bekannt, hat Walderbräu-Bier in eigenen Flaschen mit selbst gestaltetem Etikett herstellen lassen. Foto: MC Bruddaal

MC Bruddaal, 1980 in Schorndorf unter dem Namen Henrik Brislow geboren und seit Jahren als schwäbischer Rapper bekannt, hat Walderbräu-Bier in eigenen Flaschen mit selbst gestaltetem Etikett herstellen lassen. Foto: MC Bruddaal

Von Bernd Klopfer

WEINSTADT. Ein Wengerter verkauft Bier? Ja, das gibt es tatsächlich, nämlich in Weinstadt-Strümpfelbach. Daniel Kuhnle vom Weingut Kuhnle arbeitet mit dem schwäbischen Rapper MC Bruddaal zusammen, der laut eigener Aussage von Leuten immer wieder darauf angesprochen worden ist, was für ein Bier in seinen Videos vorkommt.

Drei Fragen tauchten da vor allem auf: Wieso kein lokales Bier? Wieso Dinkelacker? Wieso Stuttgarter Hofbräu? „Dann dachte ich, am besten wäre es doch, wenn ich ein eigenes Bier habe – dann macht man nicht umsonst Werbung für eine große Brauerei und es ist witziger“, schreibt MC Bruddaal den Medien. Also hat er im Internet unlängst einen Aufruf veröffentlicht – und auf den sei dann Daniel Kuhnle aufmerksam geworden. „I überleg grad, ob i a eigenes Bier macha soll. Wer isch dabei?“, schrieb MC Bruddaal auf seiner Facebook-Seite. 199 Kommentare folgten.

„Brezlesbräu isch sicher a bruddala Sach“

„Bruddelsubb wäre optimal als Name“, schrieb eine Nutzerin. Ein anderer meinte: „Brezlesbräu isch sicher a bruddala Sach.“ Konkret wurde es dank Daniel Kuhnle. Der Wengerter und langjährige Weinstadter Stadtrat teilte MC Bruddaal mit, dass er da eine gute Brauerei kenne – Walderbräu aus Königseggwald (Landkreis Ravensburg). Seit 2003 ist die Brauerei eine Aktiengesellschaft, kurz AG, deren Aktien einen Nennwert von 500 Euro haben. 50 Aktien kann jeder erwerben, die Dividende wird, man höre und staune, tatsächlich in Bier ausbezahlt.

Der erste Schritt zum eigenen Bier ist nach Angaben von MC Bruddaal schon erfolgt. Daniel Kuhnle und er wählten das Walderbräu Spezial-Bier und ließen es in eigene Flaschen mit eigenem Etikett abfüllen. „Das ist jetzt mehr ein Gag, aber witzig ist es schon, mit einem Weinhändler Bier zu machen“, findet der 39-Jährige. Das Bier soll bei vielen Getränkehändlern ins Sortiment aufgenommen werden. „Da tüfteln wir grad noch dran, weil die Margen so knapp sind, dass man da schnell draufzahlen muss mit Etiketten und Transport und Wiederverkaufspreis et cetera.“

Daniel Kuhnle hat MC Bruddaal kennengelernt, als dieser bei einer Party des Skiclubs Strümpfelbach aufgetreten ist. Auf die Brauerei für das gemeinsame Bierprodukt kam er über seinen Vater Werner Kuhnle, der bereits seit vielen Jahren Fan der oberschwäbischen Marke Walderbräu ist. Nachdem die Gaststätte „La Rondine“ sich entschlossen hatte, den Gastraum in der Strümpfelbacher Gemeindehalle zu übernehmen und zwecks Theke, Schankanlage sowie Innen- und Außeneinrichtung auf das Weingut Kuhnle zukam, haben Kuhnles den Kontakt zu Walderbräu hergestellt. Dankenswerterweise habe sich die Brauerei entschlossen, zu investieren und die Kosten teilweise zu übernehmen. Da Kuhnles zusätzlich zum Weingut noch eine zweite Firma betreiben (Gandelhof GmbH, selbe Adresse wie die des Weinguts, mit Daniel Kuhnle als Geschäftsführer), beschloss die Familie, auch Walderbräu zu verkaufen.

Ab einer Abnahmemenge von mindestens 1000 Flaschen stattet das Unternehmen seine Biere mit Sonderetiketten aus. Das Bier von Daniel Kuhnle und MC Bruddaal hat die Brauerei jedenfalls zunächst in knapp 1000 kleinen 0,33-Liter-Fläschchen mit den von MC Bruddaal selbst gestalteten Etiketten ausgestattet. Am Donnerstag, 17. April, wurde dann eine Palette von diesem Bier geliefert und laut Kuhnle bereits am Freitagabend nahezu komplett verkauft. „Noch in der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich dann über WhatsApp die frohe Botschaft der Brauerei weitergeleitet und in Rekordgeschwindigkeit wurden dann mehrere Tausend Flaschen des Bruddaal-Spezial-Biers extra für uns nachproduziert, sodass wir aktuell wieder genügend vorrätig haben und der großen Nachfrage standhalten können“, betont Daniel Kuhnle.

„Du bisch mei number one“

Das Bier hat 5,2 Volumenprozent Alkohol und ist momentan nur beim Weingut Kuhnle sowie bei Daniel Kuhnles Online-Shop (www.gandelhof.de) erhältlich. Ein Kasten mit 0,33-Liter-Flaschen (24 Stück) kostet 18,90 Euro. Momentan ist nur eine Abholung im Weingut Kuhnle möglich. Unter www.mcbruddaal.com/bruddaal-spezial-bier will MC Bruddaal weiter darüber informieren, wo sein Bier bald noch zu kaufen ist.

Und MC Bruddaal wäre nicht MC Bruddaal, wenn er nicht gleichzeitig auch noch an einer kreativen Idee arbeiten würde. Der Künstler, der mit seiner Liebeserklärung an Stuttgart („Du bisch mei number one“) vor sieben Jahren über den Internetkanal YouTube bekannt geworden ist, will noch einen unterhaltsamen Bierwerbespot produzieren.

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Erstellt:
29. April 2020, 16:00 Uhr

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