Konzentration auf VW-Konzern?

Medienbericht: Blume gibt Chefposten bei Porsche ab

Porsche soll zum neuen Jahr einen neuen Vorstandschef bekommen, schreibt die „Wirtschaftswoche“. Das Unternehmen hält sich bedeckt.

Steht Oliver Blume vor dem Abschied bei Porsche?

© Porsche AG

Steht Oliver Blume vor dem Abschied bei Porsche?

Von Matthias Schmidt

Porsche-Chef Oliver Blume hat sich laut einem Medienbericht entschieden, seinen Vorstandsposten beim Stuttgarter Sportwagenhersteller aufzugeben und sich künftig ganz auf seine Aufgaben als VW-Konzernchef zu konzentrieren. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, laufe derzeit die Suche nach einem Nachfolger. Porsche äußert sich zu dem Bericht nicht, man kommentiere Gerüchte „grundsätzlich nicht“.

In der „Bild“-Zeitung hingegen wird die Meldung in VW-Konzernkreisen dementiert. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch stünden weiter hinter der Doppelrolle von Oliver Blume als Vorstandschef von Porsche und VW. Von seiten der Holdinggesellschaft Porsche SE, in der die Familien ihre Beteiligungen an den Autokonzernen bündeln, hieß es lediglich: „Wir äußern uns nicht zu Marktgerüchten.“

Bekommt Porsche 2026 einen neuen Chef?

Laut „Wirtschaftswoche“ gebe es hingegen den Plan, dass die Neubesetzung in Zuffenhausen im Herbst publik gegeben werden soll. Der Vorstandswechsel bei Porsche solle dann zum Jahr 2026 umgesetzt werden. Kandidaten für die Nachfolge gebe es innerhalb und außerhalb des Konzerns.

Der 57 Jahre alte Blume führt Porsche seit zehn Jahren, im September 2022 wurde er zudem zum Vorstandschef des Mutterkonzerns VW ernannt. An Blumes Doppelrolle als Chef von gleich zwei Dax-Konzernen entzündete sich aber immer wieder Kritik, vor allem von Investorenseite.

Blume hat mehrfach öffentlich betont, dass die Konstruktion mit ihm als doppeltem Vorstandschef „nicht auf alle Ewigkeit“ angelegt sei. Aus seiner Sicht habe sie Vorteile für beide Seiten, sagte er bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen, er wolle bei Porsche noch „wesentliche Themen erledigen“. Wann Zeit für eine Veränderung sei, entscheide der Aufsichtsrat.

Momentan droht Porsche aufgrund der schwachen Aktienentwicklung aus dem Dax zu fliegen. In den Halbjahreszahlen musste das Unternehmen einen Gewinnrückgang um 71 Prozent auf 718 Millionen Euro vermelden. Nach großen Erfolgen in den Vorjahren ist Porsche zuletzt stark unter Druck geraten. Zahlreiche strategische Entscheidungen der Vorjahre werden in Frage gestellt, zudem wurden weitere Sparprogramme angekündigt.

Letztes Alarmsignal: Porsche gibt Batteriefabrik auf

Erst vor wenigen Tagen wurde beispielsweise bekannt, dass die erst vor vier Jahren gegründete Pilotfabrik zur eigenen Batteriezellfertigung beim Tochterunternehmen Cellforce in Kirchentellinsfurt geschlossen wird und nur eine Forschungseinheit erhalten bleibt. Der Verkauf des elektrischen Topmodells Taycan in China brach ein, zudem belasten die US-Zölle das Porschegeschäft besonders, da das Unternehmen kein Werk in den USA betreibt.

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Erstellt:
27. August 2025, 09:50 Uhr
Aktualisiert:
27. August 2025, 11:05 Uhr

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