Riesen-Projekt bei Horb
Mega-Brücke: 450 Tonnen schwere Kräne hieven Bauteile 60 Meter in die Höhe
Spektakuläres Bauprojekt in Horb: Die Mega-Brücke über das Neckartal hat einen neuen Meilenstein erreicht.
© © PORR
Mit riesigen mobilen Kränen wurden wichtige Bauteile an der neuen Hochbrücke über das Neckartal installiert.
Von Michael Bosch
Es ist eines der spektakulärsten und anspruchsvollsten Bauprojekte im Südwesten: Der Neubau der Hochbrücke über dem Neckartal bei Horb. Seit Anfang 2023 wird an der 667 Meter langen Brücke gebaut. Nun hat das Megaprojekt einen neuen Meilenstein erreicht.
Mit zwei 450 Tonnen schweren Kränen wurden zwei sogenannte Jochträger auf eine Höhe von 65 Meter gehievt. Die Bauteile selbst waren ebenfalls nicht gerade leicht: 40 Tonnen wogen die Balken, die quer zur Farbahnrichtung eingebaut wurden. Mit ihrer Hilfe werden die Lasten aus dem Überbau in Hilfstürme und letztlich in den Boden geleitet.
Hochbrücke über das Neckartal: Riesige Menge Beton wird gebraucht
Der Bauträger Porr spricht von „entscheidenden Schnittstellen im Bauablauf“. Eine „exakte Abstimmung aller Beteiligten sowie höchste Präzision“ hätten den sogenannten Einhub so herausfordernd gemacht, heißt es weiter. Ursprünglich war geplant, die Brücke bis zum Jahr 2026 fertigzustellen. Nun sollen frühestens 2028 wieder Autos und Laster darüber rollen.
Daneben wurden an anderer Stelle bereits Teile des Überbaus betoniert. „Insgesamt wurden rund 850 Kubikmeter Beton eingebaut“, heißt es in der Mitteilung. Das entspricht etwa 120 voll beladenen Betonmischern. Auch die Gerätschaften, die zur Herstellung der neuen Unterlage gebraucht wurden, hatten gigantische Ausmaße: Zum Einsatz kamen zwei Betonpumpen mit Auslegerlängen von 67,5 und 56 Metern. Damit wurde der Beton bis zu 60 Meter in die Höhe gefördert. Betoniert wurde über mehrere Stunden hinweg und im Zwei-Schicht-Betrieb – ein enormer logistischer Aufwand also.
Die neue Neckartalbrücke ist Teil der Ortsumfahrung von Horb und soll die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlasten. Künftig führt die B32, die die Autobahn 81 mit der B28 verbindet und den kompletten Landkreis Freudenstadt ans Autobahnnetz anschließt, über die Brücke. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 167 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte es für negative Schlagzeilen gesorgt, als eine Gondel mit drei Arbeitern abstürzte. Die Männer im Alter zwischen 40 und 46 Jahren kamen ums Leben.
