Baden-Württemberg

Mehr als 30.000 Heranwachsende im Südwesten mit Schlafstörungen

Zahlreiche Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg leiden laut Daten des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung unter Schlafstörungen. Das hat negativen Einfluss auf die körperliche auch geistige Entwicklung.

Das Schlaf-Wach-Verhalten des Menschen verändert sich im Laufe des Lebens.

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Das Schlaf-Wach-Verhalten des Menschen verändert sich im Laufe des Lebens.

Von red/epd

In Baden-Württemberg ist innerhalb eines Jahres bei mehr als 16.100 Jungen und 14.500 Mädchen im Alter bis 19 Jahre eine Schlafstörung diagnostiziert worden. Das belegen Daten des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung, wie die Krankenkasse am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

„Langfristig können Schlafstörungen die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen negativ beeinflussen, was sich unter anderem in einem höheren Risiko für psychische Störungen und in schlechteren Schulleistungen niederschlagen kann“, sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg. Eine Schlafstörung sei behandlungsbedürftig, wenn sie innerhalb eines Monats mindestens dreimal wöchentlich auftrete und sie das Verhalten und die Leistungsfähigkeit des Kindes am Tage negativ beeinflusse.

In der Pubertät werden alle Jugendlichen automatisch zu Langschläfern

Das Schlaf-Wach-Verhalten des Menschen verändert sich im Laufe des Lebens. Nach Angaben der American Sleep Association schlafen 6- bis 13-Jährige im Mittel zwischen neun und elf, 14- bis 17-Jährige acht bis zehn Stunden. Ab einem Alter von 18 Jahren ist eine Schlafdauer von sieben bis neun Stunden angemessen. In der Pubertät werden alle Jugendlichen automatisch zu Langschläfern. „In keiner anderen Lebensphase geht der Mensch abends später zu Bett und schläft morgens länger als in der Pubertät. Das liegt nicht nur, aber vor allem an der hormonellen Umstellung“, so Plötze.

Entgegen dieser inneren Uhr müssten viele Kinder früh aufstehen, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Vor diesem Hintergrund kann Winfried Plötze dem Selbstversuch einer 7. Klasse am Gymnasium Plochingen viel abgewinnen. Dort können die Schüler sechs Wochen lang an zwei Tagen entscheiden, ob sie morgens lieber früh anfangen oder länger schlafen möchten. „Ich finde das Projekt sehr gut und ich bin gespannt, ob die Schülerinnen und Schüler an den Tagen, an denen der Unterricht später beginnt, nicht nur ausgeschlafen, sondern auch leistungsfähiger sind.“

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Erstellt:
17. April 2024, 09:06 Uhr

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