Mehr als 800 registrierte Ersthelfer im Kreis

Seit mehr als einem Jahr werden beim Projekt „Corhelper“ des DRK registrierte Ersthelfer via App zu einem Notfall alarmiert und hingeleitet.

So kann es dank der App gehen: Ein „Helfer vor Ort“ des DRK sowie ein alarmierter Ersthelfer versorgen eine Person. Symbolfoto: Christian Franck

© DRK Christian Franck

So kann es dank der App gehen: Ein „Helfer vor Ort“ des DRK sowie ein alarmierter Ersthelfer versorgen eine Person. Symbolfoto: Christian Franck

Rems-Murr. Der Notruf 112 aktiviert eine Rettungskette und bringt Hilfe dorthin, wo sie gebraucht wird. Bei Stichworten wie Herzstillstand werden auch qualifizierte Ersthelfer alarmiert. Das teilt das Deutsche Rote Kreuz Rems-Murr anlässlich des heutigen europäischen Tags des Notrufs mit. Seit Einführung der Ersthelfer-Alarmierungs-App 2024 haben sich mehr als 820 Ersthelfer und Ersthelferinnen beim DRK registriert. Das DRK möchte nun im ersten Halbjahr die 1000er-Marke knacken – und den Landkreis noch sicherer machen.

Am 11. Februar (sinnbildlich steht das Datum für den Notruf 112) erinnert der DRK-Kreisverband daran, wie wichtig schnelles und richtiges Handeln im Notfall ist. „Erste Hilfe rettet Leben“, betont DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler, der selbst als Ersthelfer registriert ist. „Jede Minute zählt im Notfall. Dass inzwischen über 800 Menschen bereit sind, zu helfen, ist ein großer Erfolg und ein Gewinn für die Sicherheit im Rems-Murr-Kreis.“

Grundlage für diesen Erfolg ist ein Projekt, das der DRK-Kreisverband Ende 2024 gestartet hat. Zusätzlich zum Rettungsdienst und dem bewährten „Helfer-vor-Ort-System“ des DRK können sich registrierte Ersthelfer bei definierten Einsatzstichworten über die App „Corhelper“ benachrichtigen lassen. Bei einem Notfall in ihrer Nähe werden so viele registrierte und qualifizierte Helfer alarmiert, dass schnell ehrenamtliche Hilfe am Notfallort eintrifft – oftmals noch vor dem Rettungsdienst.

Wie wichtig schnelle Hilfe ist, erleben die Ersthelferinnen und Ersthelfer im Alltag immer wieder hautnah. „Man sieht bei jedem Einsatz als Ersthelfer, dass die Angehörigen oder die Patienten sehr dankbar sind, wenn schnell Hilfe eintrifft, denn sie befinden sich in einer akuten Notlage“, sagt Tobias Blatt vom DRK-Ortsverein Allmersbach im Tal, der als Ersthelfer registriert ist. Die medizinische Erstversorgung eines Patienten betrachtet er als wichtige persönliche und fachliche Weiterentwicklung. Einem Menschen vielleicht das Leben zu retten oder ihn vor medizinischen Folgeschäden bewahren zu können, sei eine große Bereicherung für das eigene Leben.

Ersthelfer Christian Franck aus Winnenden hebt den entscheidenden Zeitfaktor hervor: „Ich habe mich bei Corhelper registriert, da es bei einem Kreislaufstillstand auf jede Minute ankommt und ich bei Notfällen in meinem Umkreis bereits vor Eintreffen des Rettungsdiensts helfen kann.“ Sven Knödler wirbt um weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. „Je mehr qualifizierte Ersthelfer verfügbar sind, desto größer ist die Chance, dass bei einem medizinischen Notfall schnell geholfen wird.“

Der Landkreis unterstützte das Projekt von Beginn an. Das DRK freut sich, wenn
in Zukunft noch mehr medizinische Fachkräfte, Pflegepersonal, Feuerwehrangehörige, Mitarbeiter der Rettungsorganisationen sowie medizinisch qualifizierte Bürger die App installieren und sich registrieren lassen. „Wer über die erforderliche Qualifikation verfügt und helfen möchte, kann Teil eines wegweisenden Hilfsprojekts werden“, so Knödler.

Die Ersthelfer-App ist kostenlos. Beate Wichtler, Referentin für Rotkreuzdienste, betont: Das DRK bietet Unterstützung bei der Registrierung, Schulungen, Fortbildungen sowie Begleitung nach belastenden Einsätzen. Neben den Erste-Hilfe-Kursen versucht der Kreisverband auch, mit neuen Angeboten wie dem Resilienz-Zentrum des DRK Rems-Murr Menschen zu motivieren, sich in Notlagen für andere einzusetzen.

Extrem wichtig bleibt dabei der Rat: Sofort die 112 anrufen. Mithilfe einer softwaregestützten, strukturierten Notrufabfrage erfassen die Leitstellendisponenten systematisch alle relevanten Informationen. Bereits während des Notrufgesprächs erhält der Anrufer eine sofortige Hilfestellung durch Erste-Hilfe-Hinweise, Sicherheitshinweise oder durch die Unterstützung bei der Herzdruckmassage im Rahmen einer Reanimation. pm

Die App Corhelper gewährleistet im Fall einer zeitkritischen Situation die Alarmierung von qualifizierten Einsatzkräften für Notfälle, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts zu überbrücken und das therapiefreie Zeitfenster zu verkürzen, um die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten zu steigern. Über die App werden registrierte und qualifizierte Ersthelferinnen und -helfer im unmittelbaren Umfeld des Notfalls alarmiert und zur Einsatzstelle geleitet. Weitere Infos gibt es unter www.drk-rems-murr.de/retter und www.corhelper.de.

Zum Artikel

Erstellt:
11. Februar 2026, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen