Bozen in Südtirol
Mehrere Skifahrer von Lawine verschüttet – mindestens zwei Tote
In den italienischen Alpen geht eine Lawine nieder. Die Rettungsdienste sind im Großeinsatz. Noch ist nicht klar, ob es Opfer gibt.
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Die Zahl der Verschütteten war zunächst nicht klar (Symbolbild).
Von red/dpa
Bei einem Lawinenunglück in Südtirol sind mindestens zwei Skifahrer ums Leben gekommen. Nach Angaben der italienischen Bergwacht wurden eine Gruppe von etwa zehn Tourengehern an der 2.669 Meter hohen Hohen Ferse nahe Ratschings von den Schneemassen erfasst. Für zwei von ihnen kam jede Hilfe zu spät. Mindestens ein weiterer Skifahrer musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geflogen werden. Nach einem Vermissten wird noch gesucht.
Die Rettungskräfte sind nach eigenen Angaben mit mehreren Hubschraubern im Einsatz. Das Unglück ereignete sich nach ersten Informationen gegen Mittag in hochalpinem Gelände auf einer Höhe von etwa 2.300 Metern. Zur Identität der Opfer machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.
In den italienischen Alpen kam es in diesem Winter bereits mehrfach zu Lawinenunglücken mit Toten und Verletzten. Nach Angaben der Bergwacht wurden mehrere Krankenhäuser in der Umgebung in Alarmbereitschaft versetzt, auch die Klinik im österreichischen Innsbruck.
Ungewöhnlich viele Lawinen diesen Winter
Damit kamen in Europas Gebirgen in dieser Wintersaison seit Anfang Oktober bereits mindestens 127 Menschen durch Lawinen ums Leben. Die höchste Zahl an Lawinentoten wurde mit jetzt 34 Todesopfern in Italien registriert, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). Dies geht aus den aktuellen Zahlen sowie einer Übersicht des European Avalanche Warning Service (EAWS) hervor, einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten. In Deutschland gab es bislang keine Todesopfer.
Als einer der Gründe wird von Experten der Klimawandel genannt. Demnach verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen durch höhere Temperaturen, weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist. Außerdem gebe es stärkere Winde, so dass sich gefährlicher „Treibschnee“ ansammelt, heißt es. Besonders betroffen sind Regionen in Italien, im südlichen Teil der Alpen. Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten seit einiger Zeit beliebter werden.
