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Menschen in Not erhalten vielfältige Hilfe

BKZ-Leser helfen: Erlös der 23. Spendenaktion kommt fünf Schwerpunktprojekten und zahlreichen Einzelfallhilfen zugute

Für viele gehört die Weihnachtsspendenaktion der Backnanger Kreiszeitung zum Advent wie selbst gebackene Gutsle oder der Lichterglanz der Innenstädte. Nun ist die Adventszeit in diesem Jahr sehr kurz, weshalb die 23. Spendenaktion heute schon startet. Wie jedes Jahr werden die wesentlichen Projekte, die in diesem Jahr gefördert werden sollen, hier kurz vorgestellt, um in den kommenden Wochen noch einzeln und dann aber ausführlich beschrieben zu werden.

Menschen in Not erhalten vielfältige Hilfe

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Die Aktion des vergangenen Jahres knackte den Spendenrekord mühelos. Am Ende konnten 128000 Euro ausbezahlt werden, mit denen Menschen in Not geholfen werden konnte. Nun – der Auftakt in diesem Jahr ist nicht weniger vielversprechend. So überreichte Markus Höfliger gestern zum Auftakt der Aktion einen symbolischen Spendenscheck über 15000 Euro, die höchste Einzelsumme, die jemals für BKZ-Leser helfen überwiesen wurde (siehe unten).

Die Unterstützung konzentriert sich dieses Jahr auf folgende Schwerpunkte:

Das stationäre Hospiz Backnang zieht nächstes Jahr in den Neubau um, der derzeit auf dem ehemaligen Krankenhausareal errichtet wird. Der Bauherr, die Hospizstiftung Rems-Murr, möchte nicht nur die Zahl der Gästezimmer von acht auf zwölf erhöhen und die Verwaltung im Neubau konzentrieren. Vielmehr kristallisierte sich während der Bauphase auch noch heraus, dass Hospizgeschäftsführer Heinz Franke das Gebäude um eine weitere Etage aufstocken möchte. Das ist inzwischen geschehen. In dieser zusätzlichen Abteilung sollen Menschen unterkommen, die, Stand heute, noch in den Palliativstationen der Krankenhäuser versorgt werden, aber laut den Anforderungen der Kostenträger die Kriterien für einen Hospizplatz nicht erfüllen. Denn in ein solches sollen nur Menschen einziehen, die erstens unheilbar krank sind und zweitens eine begrenzte Lebenszeit haben. Heinz Franke indes wollte schon immer ein Angebot für Menschen in dem schwierigen Zwischenstadium Palliativstation/Hospiz schaffen. Früher scheiterte es, weil sich die Kostenträger querstellten. Inzwischen aber hat die Backnanger Version als eine Art Modellversuch den Segen einer Krankenkasse erhalten. Durch die weitere Etage steigt jedoch auch der Finanzierungsbedarf des neuen Hospizes von 3,4 auf nun 4,5 Millionen Euro.

Der DRK-Ortsverein Backnang benötigt dringend ein zweites Rettungsfahrzeug, um die Bereitschaftsdienste sicherzustellen. Schließlich kommt es in dem rührigen Ortsverein im Laufe des Jahres immer wieder zu Paralleldiensten, begründet Klaus-Dieter Fackler den Bedarf. Da müssen bislang die Verantwortlichen der Bereitschaftsleitung entscheiden, zu welcher Veranstaltung ein Rettungswagen mitgenommen werden kann und welcher Dienst möglicherweise ohne Rettungsfahrzeug auskommen muss. Im ungünstigsten Fall muss sogar ein Fahrzeug angemietet werden, so Fackler. Dann fallen nicht nur Mietkosten an, sondern auch zusätzliche Reinigungs- und Desinfektionskosten. Zudem wären bei größeren Veranstaltungen, wie dem Backnanger Straßenfest, zwei Einsatzfahrzeuge sehr hilfreich. Jetzt plant der Ortsverein die Anschaffung eines gebrauchten Fahrzeugs mit weniger als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Ein solches können auch jüngere DRK-Mitarbeiter mit der Führerscheinklasse B fahren. Infrage kommen somit Modelle wie ein Mercedes Sprinter oder VW Crafter. Je nach Angebotslage werden dafür 25000 bis 30000 Euro benötigt.

Die Stiftung Altenheime Backnang und Wildberg, die in Backnang das Alten- und Pflegeheim Staigacker betreibt, baut auf dem Areal des ehemaligen Kreiskrankenhauses Backnang ein Demenzzentrum und eine Abteilung für eine junge Pflege. Die Demenzabteilung erstreckt sich über zwei Stockwerke. Im zweiten Obergeschoss ist eine geschlossene Abteilung vorgesehen. Auf Empfehlung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe gibt es für die Menschen, die hier untergebracht werden, einen speziellen Demenzgarten auf einem benachbarten Flachdach. Dieser Dachgarten wird demenzgerecht ausgeführt und lädt mit Sitzbänken zum Verweilen ein. Der Garten soll den Bewohnern aber auch die Gelegenheit eröffnen, ihren Bewegungsdrang ausleben zu können. So unterbrechen Pflanzinseln die freien Flächen und bieten den Menschen die Möglichkeit, gärtnerisch tätig zu werden. Eckart Jost, Geschäftsführer des Staigackers, bittet für die Realisierung dieses Dachgartens um die Unterstützung durch die Spendenaktion.

Für Menschen, bei denen das Geld nicht so locker sitzt, bietet die Evangelisch-methodistische Kirche des Bezirks Backnang einen offenen Mittagstisch in der Zionskirche Backnang an. Bedürftige können hier nicht nur kostengünstig eine warme Mahlzeit erhalten, sie kommen auch ins Gespräch mit Mitmenschen und können sich von Profis bei Fragen rund um ihren Lebensalltag beraten lassen. Bei einer Inspektion durch das Chemische und Veterinäre Untersuchungsamt Baden-Württemberg, das für die Lebensmittelhygiene zuständig ist, wurde nun Handlungsbedarf bei der Essensausgabe attestiert. Das heißt konkret: Die Gemeinde muss eine Heiß- und Kalttheke inklusive Zubehör für die Essensausgabe aufstellen. Ein Anbieter ist Pastor Alexander von Wascinski beim Preis sehr entgegengekommen, aber trotzdem sind immer noch 3500 Euro offen, die die Gemeinde alleine nicht stemmen kann. Wascinski und sein Team aus ehrenamtlichen Helfern bitten nun um eine Unterstützung, damit das Hilfsangebot aufrechterhalten werden kann.

Die soziale Heimstätte Erlach ist die älteste und größte stationäre Wohnungslosenhilfeeinrichtung im Hilfeverbund des diakonischen Sozialunternehmens Erlacher Höhe. Hier leben Menschen, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind und deren Biografie aus diesem Grund durch soziale Isolation und Ausgrenzung geprägt ist. Ehemals Wohnungslose, die pflegebedürftig werden, finden im angegliederten Pflegeheim ein Zuhause, das auf Menschen in sozialen Schwierigkeiten spezialisiert ist. Für diese Menschen, die im Lauf ihres Lebens oft alleine und sehr auf sich gestellt waren, soll im kommenden Jahr ein Ort der Begegnung im Freien geschaffen werden. Ein Aufenthaltsbereich, der mit dem plätschernden Wasser eines Quellsteins oder Brunnens zum Verweilen einlädt, umgeben mit Sitzgelegenheiten für etwa zehn Personen. Damit sich die Bewohner zu jeder Jahreszeit im Freien aufhalten können, soll ein schlichter, teilverglaster Pavillon in der Nähe des Pflegeheims entstehen, der vor Sonne, Wind und Regen schützt. Die neue Anlage soll auch für Rollstuhlfahrer und Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, mühelos erreichbar sein. Die Gesamtkosten werden auf etwa 10000 Euro geschätzt.

Traditionell erhalten auch mehrere Institutionen einen Fördertopf, mittels dem sie Menschen in Not schnell und unbürokratisch helfen können. Und zwar immer in solchen Fällen, in denen vom Gesetzgeber keine Hilfe vorgesehen ist. Einen Fördertopf erhalten jeweils die vier Diakoniestationen Backnang, Aspach, Weissach im Tal und Murrhardt sowie die katholische Sozialstation Backnang. Deren Mitarbeiter kennen die Nöte der Menschen in Backnang und im Umland besonders gut. Sie kommen in die Häuser und Familien und lernen die Menschen kennen. Ebenso pflegen das Kreisjugendamt, das städtische Amt für Familie und Jugend, der Verein Kinder- und Jugendhilfe Backnang und der Kreisdiakonieverband enge Kontakte zu all jenen Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Während der gesamten Vorweihnachtszeit werden wir immer wieder einzelne Fälle vorstellen. Selbstverständlich ohne die Nennung von Namen oder Wohnort. So können sich die Leser und alle Spender ein Bild davon machen, was mit ihrem Geld Segensreiches geleistet wird.

Das Thema Flüchtlingshilfe hat sich auch drei Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung noch nicht erledigt, auch wenn sich die Bedürfnisse inzwischen gewandelt haben. Die Arbeitskreise ringsum kümmern sich immer noch mit viel Herzblut um diese Menschen und versuchen, die Probleme zu lösen. Die Ehrenamtlichen bringen zwar in erster Linie Arbeitskraft und Zeit ein, aber so ganz ohne Geld geht es auch dann nicht. Um ihnen Fahrtkosten und andere Unkosten ersetzen zu können, ist eine kleine Förderung sinnvoll. Ferner fallen Kosten an für Sprachförderung und Projektarbeit.

Wer sich bei der Aktion BKZ-Leser helfen beteiligen möchte, der kann versichert sein, dass seine Gabe ohne jeden Abzug bei den Empfängern ankommt. Das Finanzamt erkennt jede Spende bis zu einer Höhe von 200 Euro ohne speziellen Beleg an. Alle Leser der Backnanger Kreiszeitung, die mehr spenden wollen, erhalten eine Spendenquittung ausgestellt. Für diesen Fall ist es jedoch ganz wichtig, dass uns Vor- und Zuname und die vollständige Anschrift mitgeteilt werden. Die Namen der Spender samt Wohnort werden veröffentlicht. Wer dies nicht wünscht, soll dies auf dem Überweisungsträger vermerken. Heute liegen in der BKZ vorgefertigte Überweisungsträger bei. Wir sagen jetzt schon allen Spendern ein herzliches Dankeschön.

Menschen mit Demenz fühlen sich in einem Garten wohl. Sie kommen hier zur Ruhe oder können sich sogar gärtnerisch betätigen. Aus diesen Gründen wird im künftigen Demenzzentrum des Staigackers in Backnang auf einem Flachdach ein demenzgerechter Dachgarten angelegt. Symbolfoto: Fotolia

© Lisa F. Young - stock.adobe.com

Menschen mit Demenz fühlen sich in einem Garten wohl. Sie kommen hier zur Ruhe oder können sich sogar gärtnerisch betätigen. Aus diesen Gründen wird im künftigen Demenzzentrum des Staigackers in Backnang auf einem Flachdach ein demenzgerechter Dachgarten angelegt. Symbolfoto: Fotolia

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Erstellt:
24. November 2018, 06:00 Uhr

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