KI-Sparte belastet
Microsoft-Aktie um 13 % gefallen - Die Hintergründe
Die Microsoft-Aktie hat in den letzten Tagen deutlich an Wert verloren. Trotz starker Quartalszahlen reagierten Anleger skeptisch, was zu einem Kursrückgang führte. Doch welche Faktoren haben diesen Abwärtstrend ausgelöst?
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Die Microsoft-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kursrückgang ausgelöst haben und warum Anleger skeptisch sind.
Von Matthias Kemter
Nach einem beeindruckenden Umsatz- und Gewinnwachstum im letzten Quartal musste die Microsoft-Aktie in der vergangenen Woche bei rund 404 Euro einen Kursrückgang von 13 Prozent hinnehmen. Mittlerweile hat sich das Papier bei knapp 350 Euro gefunden. Die Gründe für den Kursrückgang liegen in den stark gestiegenen Investitionskosten und einer nachlassenden Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft.
Hohe Investitionen belasten die Aktie
Ein zentraler Faktor für den Kursrückgang sind die massiv gestiegenen Investitionen in die KI- und Cloud-Infrastruktur. Microsoft gab im letzten Quartal 37,5 Milliarden Dollar aus, ein Anstieg von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Ausgaben übertrafen die Erwartungen der Analysten und sorgten für Unsicherheit, ob sich diese Investitionen kurzfristig auszahlen werden. Besonders die Abhängigkeit von OpenAI, einem wichtigen Partner im KI-Bereich, wird kritisch gesehen.
Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft lässt nach
Obwohl die Cloud-Sparte Azure weiterhin stark wächst, verlangsamte sich das Wachstum leicht auf 39 Prozent, nach 40 Prozent im Vorquartal. Diese Abschwächung wurde von Anlegern negativ aufgenommen, da sie Zweifel an der zukünftigen Wachstumsstärke des Cloud-Geschäfts weckt. Auch der Ausblick für das laufende Quartal fiel verhalten aus, was die Nervosität der Investoren weiter verstärkte.
Margendruck und verhaltener Ausblick
Zusätzlich enttäuschte Microsoft mit einer Prognose für die operative Marge, die im kommenden Quartal voraussichtlich bei 45,1 Prozent liegen wird. Die Markterwartungen lagen bei 45,5 Prozent. Diese Entwicklung, kombiniert mit den hohen Investitionen, führte zu einem deutlichen Vertrauensverlust bei den Anlegern. Die Sparte „More Personal Computing“ verzeichnete einen Rückgang von 3 Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar, was vor allem auf schwache Windows-OEM-Lizenzen, rückläufige Surface-Verkäufe und einen Einbruch der Xbox-Hardware-Verkäufe um 32 Prozent zurückzuführen ist.
Aktuelle Analystenmeinungen zur Microsoft-Aktie:
Die Microsoft-Aktie bleibt trotz eines jüngsten Kursrückgangs im Fokus der Analysten. Während die Quartalszahlen solide ausfielen, sorgten hohe Investitionen und eine verlangsamte Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft für gemischte Reaktionen.
Die Mehrheit der Analysten bleibt optimistisch. So bewerten RBC Capital Markets, Jefferies und Goldman Sachs die Aktie weiterhin mit "Outperform" oder "Buy". RBC hebt hervor, dass die Monetarisierung der KI-Investitionen an Fahrt gewinnt und langfristig Potenzial für Wachstum und Margen bietet. Jefferies sieht Microsoft trotz der aktuellen Unsicherheiten als starken Akteur und belässt das Kursziel bei 675 US-Dollar. Goldman Sachs senkte zwar das Kursziel auf 600 US-Dollar, bleibt aber bei einer Kaufempfehlung.
JP Morgan und Barclays haben ihre Kursziele moderat reduziert, bleiben jedoch bei einer positiven Bewertung. JP Morgan sieht Kapazitätsengpässe und einen verhaltenen Ausblick als kurzfristige Belastungen, betont aber die Stärke der Cloud-Sparte Azure. Barclays verweist auf die solide Entwicklung, sieht jedoch eine Wachstumsverlangsamung im KI-Bereich.
Die DZ Bank sieht die aktuellen Zweifel am Azure-Wachstum als überzogen und betrachtet die Aktie als erstklassige Kaufgelegenheit. Das Kursziel wurde auf 620 US-Dollar angepasst, die Einstufung bleibt bei "Kaufen".
Fazit:
Die Microsoft-Aktie steht aktuell unter Druck, was auf stark gestiegene Investitionskosten, eine nachlassende Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft und einen verhaltenen Ausblick zurückzuführen ist. Trotz eines Kursrückgangs und Unsicherheiten hinsichtlich der kurzfristigen Rentabilität der hohen KI- und Cloud-Investitionen bleibt die Mehrheit der Analysten optimistisch. Langfristig wird Microsofts Potenzial, insbesondere durch die Monetarisierung der KI-Investitionen und die Stärke der Cloud-Sparte Azure, positiv bewertet. Einige Analysten sehen die aktuelle Situation sogar als Kaufgelegenheit, auch wenn kurzfristige Herausforderungen bestehen.
