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Flüchtlingsboote erreichen Italien - Malta in der Kritik

dpa Warschau/Rom/Valletta. Malta und Italien schotten sich in der Corona-Krise verstärkt gegen ankommende Migranten ab. Knapp 150 Menschen von der „Alan Kurdi“ sollen auf eine Fähre auf See in Quarantäne. Vor Malta starten Spanier eine Rettungsaktion.

Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“. Foto: Karsten Jäger/Sea-Eye/dpa

Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“. Foto: Karsten Jäger/Sea-Eye/dpa

In Italien und Malta hat die Not von Migranten, die auf Booten übers Mittelmeer kommen, zu Ostern für Tauziehen zwischen privaten Rettern und Behörden gesorgt. Es gab jedoch auch Meldungen über mehr als 170 Menschen, die auf Sizilien an Land gehen konnten.

Knapp 150 Migranten an Bord des privaten deutschen Rettungsschiffs „Alan Kurdi“ sollen zunächst für eine Corona-Quarantäne auf eine italienische Fähre gebracht werden. Der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci habe mitgeteilt, dass die Fähre „Azzurra“ der Reederei GNV als Quarantäne-Schiff zur Verfügung stehe.

Der Sprecher der Organisation Sea-Eye, die die „Alan Kurdi“ betreibt, erläuterte der dpa am Montag, noch seien ihm keine Details bekannt. Gorden Isler sagte, er rechne damit, dass das Tauziehen um die Menschen von der „Alan Kurdi“ noch dauern werde. Allerdings versorgten die Italiener das Schiff mit Essen und anderen benötigten Dingen.

Italien und Malta haben ihre Häfen vor einigen Tagen wegen der Corona-Krise für die privaten Seenotretter geschlossen. Rom hatte Berlin informiert, dass aus italienischer Sicht Deutschland für die Menschen von der „Alan Kurdi“ verantwortlich sei.

Nach unbestätigten Berichten über ein Bootsunglück mit Migranten vor Malta teilte die EU-Grenzschutzagentur Frontex in Warschau mit, sie habe vier von ihr beobachtete Boote orten können. Zwei hätten Sizilien erreicht, zwei weitere befänden sich in der Seenotrettungszone von Malta.

Auf der italienischen Insel Sizilien berichten die Behörden, am Ostermontag seien 77 Menschen bei Portopalo di Capo Passero in der Provinz Syrakus angekommen. Zuvor hatten bereits lokale Behörden in Pozzallo nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag über die Ankunft von rund 100 Migranten berichtet. Die meisten davon seien auf einer landwirtschaftlichen Anlage untergebracht worden. Dabei gibt es nach Behördenangaben einen Corona-Fall.

Vor Malta bekam das spanische Rettungsschiff „Aita Mari“ nach Angaben der Betreiber von den Behörden grünes Licht für einen Hilfseinsatz. Das teilte die Nichtregierungsorganisation Salvamento Marítimo Humanitario (SMH) mit. Sie schrieb auf Twitter, dass die Besatzung der „Aita Mari“ ein Boot mit 47 Migranten entdeckt habe, das vor der Küste Maltas in Seenot geraten sei. An Bord gebe es eine schwangere Frau und sechs Menschen, die wegen Flüssigkeitsmangel vorübergehend bewusstlos geworden seien.

Die „Aita Mari“ wolle die Migranten an Bord holen und versorgen. Anschließend werde man auf die Ankunft eines Arztes aus Malta warten, hieß es. Die Rettung dürfte sich länger hinziehen.

Mehrere Hilfsorganisationen hatten über Ostern auf Twitter auf Notlagen von Booten vor Malta hingewiesen. Es gab Kritik, auch aus Deutschland etwa von Grünen und der evangelischen Kirche, dass Malta sich passiv verhalte und die Seenotrettung verweigere. Maltas Regierungschef Robert Abela hatte die Haltung seiner Regierung in Valletta am Sonntag verteidigt. „Wir haben Ankünfte von überall her gestoppt“, sagte Abela. Man habe in der Gesundheitskrise keine Kapazitäten für eine Seenotrettung weit draußen auf dem Meer, sagte er in einem TV-Interview.

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Erstellt:
13. April 2020, 14:20 Uhr

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