In Heidelberg und im Saarland

Mit gefälschten Zeugnissen als Lehrerin tätig: 41-Jährige angeklagt

Eine Frau unterrichtete jahrelang mit gefälschten Qualifikationen an Privatschulen. Ein Verkehrsunfall wurde ihr zum Verhängnis. Nun könnte der 41-Jährigen der Prozess gemacht werden.

Die Frau soll sich einen Bruttolohn von über 200.000 Euro erschlichen haben. Nun hat sie die Staatsanwaltschaft Heidelberg angeklagt (Symbolbild).

© imago images/Jan Huebner/Blatterspiel

Die Frau soll sich einen Bruttolohn von über 200.000 Euro erschlichen haben. Nun hat sie die Staatsanwaltschaft Heidelberg angeklagt (Symbolbild).

Von red/dpa

Mit gefälschten Zeugnissen soll sie jahrelang in Heidelberg und im Saarland als Lehrerin gearbeitet haben: Nun hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg eine 41-Jährige angeklagt. Die Behörde wirft der Frau laut einem Sprecher unter anderem Betrug und Urkundenfälschung vor. 

Sie soll zwischen Mai 2021 und Oktober 2024 in Heidelberg einen Bruttolohn in Höhe von knapp 200.000 Euro erschlichen haben. Im Saarland seien es zwischen Januar 2025 und April 2025 etwa 7.000 Euro gewesen.

Versuchter Betrug bei Kreditinstituten

Ferner geht es laut dem Sprecher um versuchten Betrug bei Kreditinstituten, weil die Frau in zwei Fällen Darlehen bei Banken beantragt haben soll. Sie habe Gehaltsnachweise verfälscht und gewusst, dass sie „aufgrund ihrer finanziell desolaten Situation nicht in der Lage sein würde, die Darlehen zu bedienen“.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage zum Landgericht Heidelberg erhoben, da sie von einer Straferwartung von mindestens vier Jahren Freiheitsstrafe ausgeht. Das Gericht habe die Anklage an die Frau zugestellt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie ist seit Ende September in Untersuchungshaft. 

Ein Vorwurf nicht bestätigt

Wann ein Prozess beginnen könnte, war zunächst offen. Der Verdacht, dass die Frau Gelder von Schülern veruntreute, habe sich im Rahmen der Ermittlungen nicht bestätigt, erklärte die Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung.

Der Fall war im September vergangenen Jahres bekanntgeworden: Ein Verkehrsunfall war der Beschuldigten damals zum Verhängnis geworden. Als sie diesen bei der Polizei anzeigen wollte, wurde die mutmaßliche Betrügerin festgenommen. Denn gegen sie lag nach Anzeige einer Bank ein Haftbefehl vor. 

In den Gehaltsnachweisen war nach damaligen Angaben eine Privatschule im Raum Heidelberg als Arbeitgeberin angegeben. Die Anstellung der Frau dort sei geendet, weil ihr vorgeworfen worden sei, Krankmeldungen gefälscht und Geld der Schüler veruntreut zu haben, hieß es in einer früheren Mitteilung. 

Frau war vorbestraft

Die Beschuldigte sei daraufhin ins Saarland gezogen und habe dort ab Januar 2025 an einer Privatschule gearbeitet. Dort habe sie gefälschte Zeugnisse vorgelegt. Wenige Monate später, im April, wurde ihre fehlende Qualifikation nach damaligen Angaben entdeckt und sie wurde fristlos gekündigt. 

Zudem kam heraus, dass die Frau 2021 in Rheinland-Pfalz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, weil sie sich mit gefälschten Universitätsabschlüssen Zugang zum Referendariat erschlichen habe. Ende 2023 sei sie zudem in Heidelberg zu einer weiteren Bewährungsstrafe wegen Urkundenfälschung verurteilt worden.

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Erstellt:
2. Januar 2026, 17:30 Uhr

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