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Mit heißen Kohlen ist Vorsicht geboten

Grillen im öffentlichen Raum ist in Backnang nur an ausgewiesenen Grillstellen erlaubt – Sicherheitsvorkehrungen sind ein Muss

Kaum wird es warm und die Sonne schaut raus, riecht es vielerorts schon nach frisch Gebrutzeltem. Die Grillsaison hat begonnen. Doch Vorsicht! Nicht überall im Freien ist Grillen auch erlaubt. Wer es dennoch tut, kann sich ein sattes Bußgeld einhandeln. Da beim Hantieren mit dem Feuer auch einiges schiefgehen kann, gibt die Feuerwehr Tipps und Sicherheitshinweise.

Auf einer öffentlichen Grünfläche den Grill auspacken – das ist in Backnang nicht erlaubt. Foto: Imago

© imago images / Nikita

Auf einer öffentlichen Grünfläche den Grill auspacken – das ist in Backnang nicht erlaubt. Foto: Imago

Von Lorena Greppo

BACKNANG. Grillen – das ist am schönsten auf einer grünen Wiese, nach Möglichkeit an einem Badesee, gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden. Wer keinen Garten oder geräumigen Balkon hat, weicht gerne mal auf öffentliche Flächen aus. Das ist aber nicht immer erlaubt. In Backnang, erklärt Pressesprecherin Christine Wolff, ist Grillen auf öffentlichen Grünflächen nicht gestattet. Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 1000 Euro bestraft werden kann. Daran scheinen sich die Backnanger auch zu halten, denn „für das Jahr 2018 wurden keine Verstöße zur Anzeige gebracht“, so Wolff. Erlaubt ist das Grillen hingegen an den speziell dafür vorgesehen Grillstellen im Plattenwald, auf dem Schüttberg und bei der Gertrudenbank. Hierfür gibt es spezielle Benutzungsordnungen – beispielsweise müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Einfacher ist es da, wenn man im privaten Umfeld die Kohlen anheizt. Grillen im privaten Raum sei grundsätzlich erlaubt, so Wolff, sofern nicht ein Verbot vertraglich festgehalten wurde, etwa durch einen Mietvertrag. Dabei müsse jedoch immer Rücksicht auf die Nachbarn genommen und eine Belästigung durch starke Rauchentwicklung vermieden werden. Doch auch im Garten gilt es manches zu beachten, etwa wenn man am Waldrand wohnt.

Feuerwehreinsätze wegen misslungener Grillpartys sind in Backnang selten

Beim Grillen in der Nähe eines Walds besteht nämlich besondere Gefahr. Erst vor wenigen Tagen warnte Forstminister Peter Hauk (CDU) davor: „Ein unbeaufsichtigtes Grillfeuer kann verheerende Folgen haben.“ Denn aufgrund der sommerlichen Temperaturen sei die Gefahr eines Waldbrandes hoch. Auch die Feuerwehr Backnang gibt auf ihrer Internetseite Tipps für sicheres Grillen (siehe Infobox). Unter anderem wird dort darauf hingewiesen, dass zur Vermeidung von Waldbränden für Feuer außerhalb befestigter Grillplätze vom Waldrand ein Sicherheitsabstand von 300 Metern gesetzlich vorgeschrieben ist. „Das Grillen auf mitgebrachten Grillgeräten ist im Wald tabu“, führte Hauk aus. Ein Feuer müsse auch immer beaufsichtigt sein und nach dem Grillen vollständig gelöscht werden.

Aus dem Stegreif kann sich Jan Kusche, Pressesprecher der Feuerwehr Backnang, nur an einen Fall aus dem vergangenen Jahr erinnern, wo das Grillen einen Feuerwehreinsatz nach sich gezogen hat. Jemand habe in der Wohnung einen Gasgrill benutzt. „Das ist gewaltig schiefgegangen“, erzählt Kusche. Denn der Grill war nicht ganz dicht, das Gas ist ausgetreten und so hat es in der Wohnung eine Verpuffung gegeben, der mann verletzte sich schwer. „Meistens machen die Leute es aber richtig“, weiß der Feuerwehrsprecher.

Was aber viele Leute nicht richtig machen, ist was beim Verlassen eines Grillplatzes ansteht: den Müll entsorgen. In der Vergangenheit hatte es beispielsweise am Plattenwald damit einige Probleme gegeben (wir berichteten). Die Nutzung der Anlagen war durch Vermüllung und Vandalismus stark beeinträchtigt worden. Dadurch werde nicht nur die Nutzung der Anlagen optisch unattraktiv, sondern es resultierten daraus auch Gefahren, hatte das Rechts- und Ordnungsamt vergangenes Jahr mitgeteilt. Durch kaum sichtbare Glasscherben könnten sich spielende Kinder und andere Spielplatzbesucher erheblich verletzen. Herumliegender Abfall und Essensreste lockten außerdem Ratten und andere Schädlinge an, die Infektionskrankheiten übertragen können.

Um dem entgegenzuwirken, ist die Stadtverwaltung verstärkt aktiv: Mit Frühjahrsbeginn beziehungsweise mit Beginn des schönen Wetters werden die Grillplätze regelmäßig überprüft, heißt es. Der Grillplatz an der Gertrudenbank etwa werde im Sommer bis zu dreimal in der Woche überprüft und gereinigt.

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Tipps für sicheres Grillen

Damit die Feuerwehr nicht zur missglückten Grillparty ausrücken muss, gibt es ein paar Regeln zu beachten:

Den Grill in sicherem Abstand zu brennbaren Gegenständen aufstellen: „Bei trockenen Wetter können Büsche und Hecken schnell in Brand geraten“, erklärt Jan Kusche von der Backnanger Feuerwehr. Empfohlen sind zwei bis drei Meter Abstand.

Keinen Spiritus als Grillanzünder nutzen: Die leicht entzündliche Flüssigkeit kann Verpuffungen und Stichflammen hervorrufen, dabei besteht für Personen in der Nähe des Grills Verbrennungsgefahr. Die Feuerwehr empfiehlt Trockenbrennstoffe oder geprüfte Grillanzünder.

Kinder und Haustiere nicht in die Nähe des Grills lassen: Sie können die Gefahr oft nicht richtig einschätzen, weshalb ein Sicherheitsabstand gewahrt werden sollte. Zudem sollte das Feuer nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.

Den Grill windgeschützt aufstellen: Funkenflug kann sonst Brände verursachen.

Grillstelle richtig ablöschen: Auch wenn kein Feuer mehr in der Grillstelle lodert, glühen Kohlen noch lange nach. Zum Ablöschen wird beispielsweise Sand empfohlen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass keine heiße Asche im Mülleimer entsorgt wird. Die Feuerwehr empfiehlt auch, beim Grillen Löschmittel parat zu halten, etwa einen Eimer Wasser oder einen Feuerlöscher.

Alle Tipps der Feuerwehr sind nachzulesen unter https://ff-backnang.de/sicherheitshinweise/sicheres-grillen/

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Erstellt:
24. April 2019, 06:00 Uhr

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