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Mit Polizistentrick Hunderttausende erbeutet: Verurteilung

dpa/lsw Ulm. Mit dem sogenannten Polizistentrick hat eine von der Türkei aus operierende Bande im süddeutschen Raum Wertgegenstände und Bargeld im Gesamtwert von beinahe 400 000 Euro erbeutet. Der als „falscher Polizist“ tätige Abholer der Bande ist am Donnerstag vom Landgericht Ulm zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das sind sechs Monate weniger als von Staatsanwaltschaft beantragt.

Das Gebäude des Amts- und Landgerichts in Ulm. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archiv

Das Gebäude des Amts- und Landgerichts in Ulm. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archiv

Nach Angaben eines Sprechers sah es das Gericht als erwiesen an, dass der 25 Jahre alte Mann aus Lonsee (Alb-Donau-Kreis) im Auftrag seiner Hintermänner Geld, Gold und Schmuck bei den zuvor telefonisch unter Druck gesetzten Opfern abholte. Dafür soll er jeweils bis zu 7000 Euro „Provision“ erhalten haben. Das Urteil erging wegen gemeinschaftlichen Banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in zwölf Fällen.

Im Lauf des Verfahrens schilderten echte Kripobeamte die Masche der Bande: Von Call-Centern in der Türkei aus würden Opfer - zumeist ältere Menschen - von angeblichen Polizisten gezielt und teils über Tage hinweg mit Lügenmärchen „bearbeitet“. Zum Beispiel dass derzeit Einbrecherbanden die Gegend unsicher machten und die Polizei daher Ersparnisse und Wertgegenstände von einem Beamten abholen lasse, um diese sicher zu lagern. In einem Fall überließ ein Mann dem Abholer gar einen Goldbarren im Wert von rund 70 000 Euro.

Die Behörden warnen seit Jahren vor Betrugsverbrechen durch „falsche Polizisten“. Ebenfalls am Donnerstag teilte die Polizei mit, dass sie in Ulm zwei Männer geschnappt habe, die mit dieser Masche Geld und Wertsachen von älteren Menschen erbeutet haben sollen. Die beiden Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

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Erstellt:
13. Februar 2020, 16:41 Uhr

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