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Mit viel Energie und Offenheit

Leonie Treml aus Murrhardt ist die siebte Schwäbische Waldfee – Die 23-Jährige überzeugt durch ihre Aufrichtigkeit

Sieben Frauen haben sich als Schwäbische Waldfee zur Wahl gestellt, die 23-jährige Leonie Treml aus Murrhardt konnte mit ihrer spritzigen und offenen Art die Jury von sich überzeugen. Die Studentin wurde gestern in Alfdorf zur Nachfolgerin der amtierenden Waldfee Mariel Knödler als Markenbotschafterin für den Schwäbischen Wald gewählt.

Unter dem Applaus von Waldfee-Papa Christoph Jäger (links), Landrat Richard Sigel (rechts) und der amtierenden Fee Mariel Knödler (Zweite von links) wird die Murrhardterin Leonie Treml als Gewinnerin der Wahl verkündet.Foto: G. Habermann

© Gabriel Habermann

Unter dem Applaus von Waldfee-Papa Christoph Jäger (links), Landrat Richard Sigel (rechts) und der amtierenden Fee Mariel Knödler (Zweite von links) wird die Murrhardterin Leonie Treml als Gewinnerin der Wahl verkündet.Foto: G. Habermann

Von Lorena Greppo

ALFDORF. „Ich hab‘ ganz nasse Hände“, warnt Leonie Treml die Gratulanten, die ihr der Reihe nach die Hand schütteln wollen. Die 23-jährige Murrhardterin bezeichnet sich ob ihres Sieges bei der Wahl zur Schwäbischen Waldfee als „ein bisschen überwältigt“, hat aber dennoch für jeden ein Lächeln und ein paar nette Worte übrig. Ihre offene und ehrliche Art sei wahrscheinlich auch ausschlaggebend dafür gewesen, dass sich die Jury für sie entschieden hat, mutmaßt Barbara Schunter, die Geschäftsführerin der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald. „Sie ist sehr lebendig, spritzig, hat viel Energie und kam authentisch rüber“, findet sie. „Das suchen wir schließlich auch: kein Model oder Püppchen, sondern eine ehrliche Vertreterin der Region.“ Bei Leonie Treml habe man den Schwäbischen Wald geradezu heraushören können.

Jeweils viereinhalb Minuten hatte jede der sieben Kandidatinnen, um sich der Jury und den Zuschauern zu präsentieren und ihr Wissen über die Freizeitregion unter Beweis zu stellen. Die amtierende Waldfee, Mariel Knödler, stellte ihnen jeweils fünf Fragen. Bei Leonie Treml waren es eigentlich nur vier, denn aus ihr sprudelten die Antworten nur so heraus. Die Region sei für sie eine große Schatzkiste. „Ich finde es ganz spannend, weil man einfach so viel unternehmen kann in den unterschiedlichen Gemeinden“, erklärte sie ihre Begeisterung für die Region. Sie sei nicht der sportliche Typ, gehe aber gerne quer durch den Wald.

Ausflug zum Mammutbaum ist nicht gelungen

Zwar galt es für die Kandidatinnen, sich von ihrer besten Seite zu präsentieren. Amüsant waren aber vor allem die kleinen Pannen, so auch bei Leonie Treml. Im Vorfeld der Wahlveranstaltung habe sie am vergangenen Wochenende einen kleinen Roadtrip durch den Schwäbischen Wald unternommen. Von Oppenweiler über Kaisersbach sei sie gefahren, erzählt die 23-Jährige. Und eigentlich habe sie „als krönenden Abschluss“ auch noch einen Abstecher nach Auenwald machen wollen, um den Riesenmammutbaum in Oberbrüden anzuschauen. Daraus wurde nichts, räumt die Murrhardterin ein. „Wir haben ihn leider nicht gefunden. Da müssen wir noch mal los“, erklärte Treml lachend.

Den Sieg seiner Tochter nahm Leonhard Treml mit Freude auf, auch wenn er – wie er lachend eingesteht – anfangs noch etwas skeptisch war. „Wir haben uns aber von ihrer Begeisterung mittragen lassen“, erklärt der stolze Papa und sagt über seine Tochter: „Wenn sie was anpackt, dann schafft sie es meistens auch.“ Als Kind sei sie hingegen gar nicht so feenhaft gewesen, erzählt Leonie Treml. Sie habe sich an Fasching lieber als Indianerin verkleidet.

Dass es Überwindung kostet, sich zur Wahl zu stellen, hat sich im Laufe der Bewerbungsphase deutlich gezeigt. Anfangs hatte es nämlich noch gar nicht gut ausgesehen mit der Suche einer Nachfolgerin für Mariel Knödler – die Bewerbungsfrist war aufgrund der wenigen Einsendungen noch einmal verlängert worden. Für ihren Mut, den Schritt in die Öffentlichkeit dennoch gewagt zu haben, drückte Barbara Schunter allen acht Kandidatinnen ihren Respekt aus: „Sie haben sich hier präsentiert, ihre Bewerbung öffentlich gemacht, wohlwissend, dass es sein kann, dass Sie nicht gewählt werden.“ Dazu gehöre Schneid. Und auch Waldfee-Papa Christoph Jäger hob hervor: „Den Mut muss man haben.“ Er betonte, dass keine der acht Frauen die Wahl verloren habe. Es könne aber nun mal nur eine von ihnen gewinnen.

Die Entscheidung sei eine schwere gewesen, erzählte der Großerlacher Bürgermeister. Die Kandidatinnen seien durch die Bank weg sympathisch gewesen. Neben den 18 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Mitgliedskommunen der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald und dem Landrat Richard Sigel durften erstmals auch die ehemaligen Waldfeen mit einer gemeinsamen Stimme ihr Votum abgeben. Während die Rathauschefs relativ schnell ihre Stimmzettel in die Urne geworfen hatten, nahmen die Frauen in den grünen Kleidern sich einige Minuten Bedenkzeit, bevor – so Jäger – „grüner Rauch“ aufsteigen konnte. „Es war schwer“, befand Jessica Wurster, die Waldfee aus 2013.

Mariel Knödler sieht wieder mehr Freizeit entgegen

Während Landrat Sigel der Gewinnerin die Schärpe umlegte und eine große Flasche Sekt in die Hand drückte, bekamen die anderen Kandidatinnen – Michelle Haller aus Rudersberg, Silke Gary aus Aspach, Hanna Macheleidt aus Gschwend, Marlee Fiechtner aus Berglen, Katrin Froese aus Berglen und Dilif Makal aus Welzheim – zum Trost jeweils einen kleinen Blumenstrauß sowie eine Geschenktüte überreicht. Auf Leonie Treml kommen noch einige weitere Geschenke zu: Ihr grünes Feenkleid wird für sie maßgefertigt, außerdem bekommt die Studentin der Sozialen Arbeit ein Cabrio gestellt – allerdings erst im kommenden Monat, denn die Amtseinsetzung der neuen Fee findet am 1. Mai statt. Bis dahin darf Mariel Knödler das Auto noch behalten. Sie konnte den Abend richtig genießen. „Wenn ich die Kandidatinnen sehe, kommen bei mir auch Erinnerungen an letztes Jahr hoch“, schwärmte sie. Dass ihre Amtszeit dem Ende zugeht, habe auch gute Seiten. Der Terminplan der Waldfee sei eng getaktet, zudem ist Knödler noch im Handballverein aktiv. Viel Freizeit sei ihr da nicht mehr geblieben. „Auch mal wieder freizuhaben, das ist schon toll“, findet sie.

Während ihrer Amtszeit ist die Waldfee bei Events in den Kommunen, am Tag des Schwäbischen Waldes oder am Mühlentag zu Gast. Auf Messen und ähnlichen Veranstaltungen informiert sie über das vielseitige touristische Angebot der Region. Diese Aufgaben kommen nun also auf Leonie Treml zu. Und ein privater Ausflug steht schließlich auch noch aus. „Wir werden zusehen, dass Sie den Mammutbaum doch noch finden“, versicherte Auenwalds Bürgermeister Karl Ostfalk.

Der Amtsantritt der neuen Schwäbischen Waldfee mit offizieller Kür findet am Mittwoch, 1. Mai, auf dem Kinder-Natur-Erlebnisfest in Oberrot-Kornberg statt.

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Erstellt:
4. April 2019, 06:00 Uhr

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