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Mit vielen Klicks ins Streamerglück

Nils-Christopher Wiesenauer aus Allmersbach im Tal hat mit 18 sein eigenes Unternehmen gegründet

Er machte sein Hobby zur Leidenschaft und seine Leidenschaft zum Beruf: Nils-Christopher Wiesenauer aus Allmersbach im Tal macht, was andere Jungs in seinem Alter nicht machen, denn er programmiert. Und damit hat er sich bereits selbstständig gemacht.

Wie Frank Thelen in der Welt von Apps und Online-Funktionen sein Geld zu verdienen, könnte sich Nils Christoph Wiesenauer gut vorstellen. Foto: privat

Wie Frank Thelen in der Welt von Apps und Online-Funktionen sein Geld zu verdienen, könnte sich Nils Christoph Wiesenauer gut vorstellen. Foto: privat

Von Sarah Schwellinger

ALLMERSBACH IM TAL. Ein Computerspiel zu spielen, genügt nicht mehr. Längst haben sich Gaming-Streams etabliert, bei denen man anderen beim Zocken zuschaut, deren Kommentare zur Unterhaltung nutzt, sich Tipps holt und mit anderen währenddessen kommuniziert. Doch wie viele Zuschauer sind dabei, wie viele Nutzer haben den Streaming-Kanal abonniert? Für dieses Problem hat Nils-Christopher Wiesenauer aus Allmersbach im Tal eine Lösung gefunden: Er hat unter dem Projektnamen „Streamities“ Livecounter erstellt, die sich jeder Gamer für alle Zuschauer mit auf den Bildschirm stellen kann.

Gibt man den Begriff Livecounter bei Google ein, erscheint der Name „Streamities“ unter den ersten fünf Suchergebnissen. „In Europa gibt es noch eine weitere Plattform, die das anbietet, in Deutschland bin ich aber der Erste“, sagt der 20-Jährige entschlossen. Die Konkurrenz sei auch zu unübersichtlich, die Counter zu umständlich zu integrieren. „Ich lege Wert darauf, dass es für jedermann einfach zu bearbeiten ist, und ich möchte es jedem ermöglichen, sich selbst seinen Counter erstellen zu können.“ Denn auf Streamities können sich die Nutzer ganz einfach ihr Design aus verschiedenen Vorlagen zusammenstellen, ihren Avatar einfügen, Schriftart und Schriftgröße verändern, Farben und Hintergründe tauschen. „Es geht darum, seinen Stream attraktiver zu gestalten“, erklärt Nils-Christopher. Sobald so ein Livecounter auf der Seite ist, ist für jeden sichtbar, wie die Abonnentenzahlen steigen, man klickt, man hilft sich und fiebert den hohen Zahlen gemeinsam entgegen. „Und feiert dann gemeinsam.“

Damit keiner mehr den Moment verpasst, wenn man etwa 10000, 100000 oder gar 500000 Abonnenten hat, gibt es auf Streamities auch die Möglichkeit, solche Meilensteine gemeinsam zu feiern. „Wenn man mitten im Spiel ist, passiert das schnell, dass man gar nicht mitkriegt, wenn so eine Zahl mal erreicht ist.“ Mit Streamities können Nutzer Musik einblenden, es Konfetti regnen lassen.

Und all das soll kinderleicht einzubinden sein? Dafür sorgt der 20-Jährige aus Allmersbach im Tal mit passenden Videos. In sogenannten Tutorials erklärt er Schritt für Schritt, wie das erfolgreich gelingt und führt vor, welche Funktionen und Möglichkeiten in Streamities stecken.

Die Idee entstand aus der Not heraus. Sein Zwillingsbruder Marc-Claus Wiesenauer ist erfolgreicher Gamer und hat sich so einen Livecounter für seine Streams gewünscht. Kein Problem für Nils-Christopher, der sich direkt ans Werk machte. Der Livecounter wurde zum Selbstläufer. „Die Leute kamen auf meinen Bruder zu, wollten auch so einen Counter haben.“

Mit 18 gründete Nils-Christopher sein eigenes Unternehmen

Heute sind auf Streamities Nutzer im sechsstelligen Bereich registriert. Deshalb hat er kurz nach seinem 18. Geburtstag mit „Elementies“ ein Unternehmen gegründet, kürzlich eine Unternehmergesellschaft daraus gemacht. Nur einen Teil des Ganzen nimmt Streamities ein, das sich aus Streaming und Utilities (deutsch: Werkzeuge) zusammensetzt. „Das war vor allem deshalb wichtig, um mich abzusichern bei der Zahl an Nutzern, die stetig wächst.“ Wirklich Angst davor, sein eigenes Unternehmen zu gründen, habe er nie gehabt: „Ich habe mich schon lange für Wirtschaft interessiert, auch meine Eltern kennen sich aus und unterstützen mich dabei.“ Noch verdient er mit seiner Seite nur wenig Geld, wichtiger ist ihm der Spaß daran. Nur wenn Nutzer an Gamer spenden und das über Streamities machen, geht ein gewisser Betrag an Nils-Christopher.

Schon während seiner Schulzeit beschäftigte sich der Allmersbacher mit dem Programmieren. „Ich hab mir alles selber beigebracht“, so Nils-Christopher. Er ging los, besorgte sich Bücher und schaute online Tutorials und fing an, mehr und mehr selbst zu programmieren. Die erste Seite, die er schrieb, war die Merchandise-Seite seines Bruders, an der er mehrere Monate saß. Heute ist das alles für ihn kein Problem mehr. „Wenn ich eine Idee habe, frage ich ihn, ob er das machen könnte“, sagt sein Zwillingsbruder, der unter dem Namen Baumblau streamt, „und kurz darauf habe ich genau das, was ich mir vorgestellt habe.“

Zurzeit macht Nils-Christopher Wiesenauer ein Praktikum bei einer Firma in Stuttgart-Vaihingen, bald geht dort auch sein duales Studium los. Wie könnte es anders sein: Informatik.

So können die Livecounter von Streamities aussehen. Screenshot: streamities.de

© Sarah Schwellinger

So können die Livecounter von Streamities aussehen. Screenshot: streamities.de

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Erstellt:
29. Dezember 2018, 06:00 Uhr

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