Mit vielen neuen Ideen ins Jahr 2021

Landrat Richard Sigel hat bei der Haushaltseinbringung ein echtes Feuerwerk an Vorschlägen abgebrannt. Unter anderem denkt er daran, das Schullandheim Mönchhof zur Waldakademie und das Kreismedienzentrum zur digitalen Denkfabrik auszubauen.

Kreistagssitzung in Zeiten von Corona: Die Kreisräte tragen auch während der Sitzung Mund-Nasen-Schutz. Foto: A. Palmizi

© ALEXANDRA PALMIZI

Kreistagssitzung in Zeiten von Corona: Die Kreisräte tragen auch während der Sitzung Mund-Nasen-Schutz. Foto: A. Palmizi

Von Armin Fechter

WELZHEIM. „Gerade in schwierigen Zeiten“, so Sigel in der Justinus-Kerner-Halle in Welzheim, „gilt es vorauszuschauen, um am Ende auch vorne zu sein oder vorne zu bleiben.“ Dies sei ihm seit Beginn seiner Amtszeit wichtig.

Also sprach der Landrat: Strategische Ziele müssten verfolgt werden, voran der Breitbandausbau und die Wasserstoffstrategie. Beides könne ein Beitrag sein, um die strukturellen Probleme anzugehen, mit denen die Autoregion Stuttgart konfrontiert ist. Brüssel und Berlin würden Milliarden in die Förderung der Wasserstofftechnologie pumpen – das beinhalte Risiken, aber auch Chancen. Profitieren könne man davon aber nur, wenn man frühzeitig an den Start gehe, wie es der Landkreis mit Projekten bereits tut.

Als Schlüsselthemen identifizierte Sigel den Umweltschutz und die Digitalisierung. „Klimaschutz zum Mitmachen“ habe sich der Landkreis schon längst zur Aufgabe gemacht. Die Kreisverwaltung wolle eine Vorbildfunktion einnehmen, erklärtes Ziel sie die CO2-neutrale Verwaltung bis 2030. Nach der Senkung des CO2-Ausstoßes um 80 Prozent soll das Schullandheim Mönchhof in einem weiteren Schritt zu einer Waldakademie entwickelt werden, um jungen Menschen Kultur, Klimaschutz und Natur nahezubringen. Das Kreisforstamt sei hoch motiviert, dabei mitzuwirken, nicht zuletzt wegen des Klimawandels, der den Wäldern schwer zusetzt. In diesem Zusammenhang erlaubte sich Sigel einen Seitenhieb auf die Landespolitik: „Ob es richtig war, bei solchen Herausforderungen eine politisch gewollte Forstreform umzusetzen, sei dahingestellt. Ich kann dazu nur feststellen, dass die Rechnung hierzu wohl nicht aufgehen wird.“ Ein weiteres Standbein für die Waldakademie könne das Landesprogramm „Freiräume“ mit der Förderung von Kultur und Musik bieten: 80000 Euro Zuschuss sind dem Landkreis bereits zugesagt.

Zum Klimaschutz gehöre aber auch das Thema Ernährung. Diesbezüglich will Sigel Schritte ergreifen und zusammen mit dem Ostalbkreis eine Bio-Musterregion Rems-Murr/Ostalb ins Leben rufen. Viele Landwirte, Winzer, Gastronomen, Naturschutzverbände, die Touristik und andere mehr seien mit im Boot.

Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste die AWRM. Nächstes Jahr soll ein neues Abfallwirtschaftskonzept entwickelt werden. Zudem schwebt dem Kreischef vor, eine frei werdende Immobilie in der Waiblinger Bahnhofstraße nicht zu veräußern, sondern ein Service- und Bildungszentrum zu Fragen der Entsorgung und Nachhaltigkeit zu schaffen.

Vorankommen soll der Landkreis zudem bei der Digitalisierung. Das Kreismedienzentrum, das bereits mehrere Projekte umgesetzt hat, so das „Mobile Device Management“, soll personell und strukturell neu ausgerichtet werden und eine digitale Denkfabrik bilden. Darüber hinaus will der Landrat die Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben, insbesondere den digitalen Behördengang. Dass hier vieles noch nicht funktioniere, liege häufig daran, dass Schnittstellen zu anderen Behörden und Datenschutzregelungen dies verhindern. Weiter schlägt Sigel vor, die Kontaktstelle Frau und Beruf in Ludwigsburg zu unterstützen – als Signal für die Gleichstellung und zur Gewinnung qualifizierten Personals. Dem dient auch der Bau von über 100 Wohnungen für Beschäftigte der Kliniken.

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Erstellt:
20. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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