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Mittagessen wieder von Firma Müller Gastronomie

Einziger Bewerber und jetziger Lieferant der Verpflegung an Kindertageseinrichtungen in Aspach bekommt einen neuen Vertrag

Mittagessen wieder von Firma Müller Gastronomie

© Africa Studio - stock.adobe.com

Von Silke Latzel

ASPACH. Mit der Mittagsverpflegung an den Kindertageseinrichtungen in Aspach hatte sich der Gemeinderat in den vergangenen Monaten bereits mehrfach beschäftigt (wir berichteten). Ende November wurde von den Räten beschlossen, die Mittagessensverpflegung neu auszuschreiben, da der aktuelle Vertrag mit der Firma Müller Gastronomie aus Schorndorf am 31. August 2019 ausläuft. Diese Ausschreibung erfolgte auch pflichtgemäß, endete allerdings ergebnislos, denn kein einziger Bewerber hatte sich fristgerecht gemeldet. Die Gemeindeverwaltung schrieb also erneut aus.

Jetzt liegt das Ergebnis vor, über das die Gemeinderatsmitglieder schon in nicht-öffentlicher Sitzung von der Verwaltung informiert worden sind und über das am vergangenen Montag im öffentlichen Teil der Sitzung abgestimmt wurde. Die günstigste Bieterin ist eine alte Bekannte: Die Firma Müller Gastronomie aus Schorndorf legte erneut das günstigste Angebot vor. Freudig wurde das Ergebnis von den Räten allerdings nicht aufgenommen – im Gegenteil.

Wolfgang Schopf (SPD) kündigte sofort an, dass er nicht zustimmen werde. „Ich habe bei den Vorberatungen schon nicht zugestimmt und das werde ich auch jetzt nicht tun.“ Als Grund nannte er zwei Gründe: In der Ausschreibung sei nicht berücksichtigt worden, dass es zwischen dem Essen für unter und über Dreijährige Unterschiede gäbe und das Angebot des Mittagessens für die Kinder – egal ob sie zwei oder zwölf Jahre alt sind – sei ganz dem Caterer überlassen. „Außerdem sehe ich die Frage der Nachhaltigkeit nicht gegeben, wenn das Essen aus Schorndorf kommt und dann zu uns nach Aspach gefahren werden muss.“

„Kein Caterer macht das Essen wie zu Hause“

Gerd Raichle (Freie Wählervereinigung) reagierte auf Schopfs Worte mit Unverständnis – nicht, weil er den Sachverhalt anders bewertete, sondern weil „uns die Hände gebunden sind. Uns wäre es auch lieber gewesen, wenn wir dem zweiten Bewerber den Zuschlag hätten geben können. Aber wir können uns nicht einfach über geltendes Recht hinwegsetzen.“ Und dieses besagt bei Ausschreibungen dieser Art, dass der günstigste Anbieter den Zuschlag erhält.

Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff versprach, bei der nächsten Ausschreibung differenzierter vorzugehen und die Essensauswahl für über und unter Dreijährige zu berücksichtigen. „Persönlich bin ich ganz bei Ihnen, Herr Schopf“, sagte sie in Richtung des SPD-Fraktionsvorsitzenden. „Aber wir können bei dieser Ausschreibung nicht mehr zurück.“

Auch Peter Hanisch (CDU und Bürgerliche Wählerliste) fühle sich mit dem Ergebnis der Ausschreibung „nicht ganz wohl“ und sei auch nicht glücklich über die Fahrtzeit von Schorndorf nach Aspach. „Ist es denn gewährleistet, dass in diesem Zeitfenster auch die Garzeiten für die Mahlzeiten eingehalten werden und die Kinder nicht entweder verkochtes oder noch kaltes Essen bekommen?“, fragte er und wollte zudem wissen, ob der Vertrag auch vor Vertragsende gekündigt werden könne, wenn man mit der Essensqualität nicht zufrieden sei.

Katrin Trefz, Fachberaterin der Gemeinde im Bereich Kinderbetreuung, versuchte, die Gemeinderäte zu beruhigen. Natürlich könne man einen Vertrag kündigen, wenn man nicht zufrieden sei. Und: „Kein Caterer macht das Essen so, wie es zu Hause schmeckt. Mal ist das Gemüse zu weich oder zu hart, mal sind die Knödel zu trocken. Aber aus all unseren Einrichtungen habe ich bislang immer gehört, dass die Firma Müller nicht der schlechteste Caterer ist, den wir hatten.“ Welte-Hauff fügte hinzu: „Wenn die Vertragspflicht nicht eingehalten wird, können wir den Vertrag kündigen, sind allerdings auch in der Beweispflicht.“

Kosten belaufen sich auf rund 252000 Euro

Mit einer Gegenstimme– von Wolfgang Schopf – und zwei Enthaltungen stimmten die Räte dem Beschluss am Ende der Diskussion zu. Die Firma Müller Gastronomie wird ab 1. September 2019 bis zum 31. Oktober 2021 die Kindertagesstätten mit Essen beliefern. Die voraussichtlichen Kosten für die vorgesehene Vertragslaufzeit von 26 Monaten belaufen sich auf rund 252000 Euro.

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Erstellt:
8. Mai 2019, 06:00 Uhr

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