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Mittelständische Firmen verlieren nach Topjahren an Schwung

dpa Frankfurt/Main. Beschäftigung auf Höchststand, Umsatzanstieg und mehr Investitionen: Kleinere und mittlere Unternehmen in Deutschland haben 2018 mit Bestmarken geglänzt. Doch inzwischen schwächelt die Gesamtkonjunktur.

Die KfW zählte Unternehmen, die nicht mehr als 500 Millionen Euro jährlich umsetzen, zum Mittelstand. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die KfW zählte Unternehmen, die nicht mehr als 500 Millionen Euro jährlich umsetzen, zum Mittelstand. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Konjunkturabkühlung bremst den Rekordkurs mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Nach Bestmarken 2018 wird sich das Wachstumstempo verlangsamen, wie aus dem Mittelstandspanel der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht.

Zwar würden Beschäftigung, Umsätze und Investitionen weiter zulegen. „Die Dynamik aber geht merklich zurück - dem langwährenden Aufschwung scheint allmählich die Puste auszugehen“, sagte KfW-Ökonom Michael Schwartz. Damit deute sich das Ende der mittelständischen Rekordjahre an, auch wenn das Niveau vorerst hoch bleiben dürfte.

Während große exportorientierte Industriekonzerne zuletzt ihre Gewinnprognosen nach unten schraubten und den Abbau von Stellen ankündigten, halten die etwa 3,8 Millionen Mittelständler aber noch weitgehend Kurs. Im vergangenen Jahr gab es noch einmal einen Beschäftigungsrekord. Ende 2018 waren den Angaben zufolge 31,7 Millionen Menschen in mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Das war ein Zuwachs von 391.000 Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr. Tragende Säule des Jobwachstums seien Dienstleistungen - sie gewännen kontinuierlich an Bedeutung.

Mittelständler wollen trotz der Konjunkturabkühlung auch in diesem Jahr unter dem Strich neue Jobs schaffen. Rund 17 Prozent der für die jährliche Studie Befragten gaben an, ihre Mitarbeiterzahl erhöhen zu wollen. Nur rund 10 Prozent wollen Beschäftigung abbauen. Allerdings dürfte der Stellenaufbau an Tempo verlieren. „Realistisch sind rund 250 000 neue Arbeitsplätze im Mittelstand 2019 zu erwarten (netto)“, heißt es in der Studie. Die KfW zählte Unternehmen, die nicht mehr als 500 Millionen Euro jährlich umsetzen, zum Mittelstand. Mehr als 10 000 Firmen nahmen an der Umfrage teil.

Dank der starken Binnenkonjunktur steigerten die eher inlandsorientierten Mittelständler ihren Umsatz 2018 im Schnitt um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das war den Angaben zufolge das stärkste Plus seit sieben Jahren. Trotz der Konjunkturabkühlung rechneten bei der Befragung in diesem Frühjahr deutlich mehr Firmen mit steigenden (35 Prozent) als mit sinkenden Umsätzen (17 Prozent). Zuletzt trübte sich die Stimmung allerdings ein. „Einer Vielzahl an Rekorden im abgelaufenen Jahr zum Trotz - am Horizont ziehen dunkle Wolken auf“, heißt es in der Studie.

Kleinere und mittlere Unternehmen steigerten 2018 das fünfte Jahr in Folge ihre Investitionen. Insgesamt steckten die Firmen 220 Milliarden Euro (plus 4,3 Prozent) in neue Anlagen und Bauten sowie in gebrauchte Güter. Ein abruptes Ende der Investitionen erwartet die KfW nicht.

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Erstellt:
15. Oktober 2019, 08:49 Uhr

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